„Wir investieren wieder verstärkt in Windenergie“
17.07.2026

Jörg Busboom, Vorstandsvorsitzender der ÖKORENTA Invest AG Foto: © ÖKORENTA
Erneuerbare Energien gehören 2026 zu den attraktivsten Sachwertanlagen, gestützt durch den rasanten Ausbau der Windkraft und die zunehmende Bedeutung von Stromspeichern.
Im Interview spricht Jörg Busboom, Vorstandsvorsitzender der ÖKORENTA Invest AG, über aktuelle Entwicklungen im Bereich Erneuerbare Energien und wagt einen Ausblick auf das zweite Halbjahr.
Herr Busboom, welche Trends und Entwicklungen kennzeichneten den deutschen Markt im Bereich Sachwertanlagen im Bereich Erneuerbare Energien im bisherigen Jahresverlauf 2026?
Jörg Busboom: Angesichts zunehmender geopolitischer Krisen werden die Erneuerbaren Energien zunehmend zum Standort-, Sicherheits- und Resilienzprojekt, dessen Bedeutung weit über die Klimathematik hinausgeht. Sowohl Privatanleger als auch Institutionelle Investoren haben verstanden, dass eine sichere Energieversorgung so essenziell ist wie Essen und Trinken – und dass mit einer Investition in dieses Grundbedürfnis langfristig solide Renditen zu erzielen sind. Entsprechend werden sich Sachwertanlagen in der Assetklasse Windenergie und Photovoltaik weiterhin positiv entwickeln, zumal sie als schwankungsresistentes Instrument jenseits der volatilen Kapitalmärkte für Wertschöpfung aus der Realwirtschaft sorgen.
Wie haben sich die unterschiedlichen Bereiche bei Erneuerbare Energien in Ihrem Unternehmen 2025 und im bisherigen Jahresverlauf 2026 entwickelt?
Busboom: Der Windenergiebereich hat generell stark an Dynamik gewonnen – und spielt auch im Verhältnis zur Photovoltaik bei uns im Haus wieder eine größere Rolle. Über viele Jahre war es selbst für erfahrene Marktteilnehmer wie uns eine Herausforderung, an gute Windparkprojekte zu gelangen, denn der Markt war von einem deutlichen Angebotsmangel geprägt. Diese Situation hat sich inzwischen aufgrund beschleunigter Genehmigungsverfahren stark verändert. Der Hintergrund ist folgender: In den Jahren 2017 bis 2021 hatten wir eine Phase mit stark rückläufigen Projektgenehmigungen insbesondere im Windsektor. Durch die Ampelkoalition wurden Genehmigungsprozesse verschlankt und beschleunigt. Projekte, die bei den Projektierern zum Teil seit Jahren in der Schublade gelegen hatten, wurden nun hervorgeholt und durch Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren gebracht.
Die Projektierer sitzen nun auf einer großen Menge an Projekten, für die sie bereits finanziell beträchtlich in Vorleistung gegangen sind und die nun finanziert werden müssen. Dafür werden oftmals Windparks aus dem Bestand veräußert. Wir als erfahrene Ankäufer profitieren von der reichen Auswahl an Projekten am Markt und dem damit für die Projektierer entstandenen Preisdruck. Die bereits im Betrieb befindlichen oder zeitnah ans Netz gehenden Windparks mit einer gut nachvollziehbaren Leistungshistorie entsprechen exakt unserem Beuteschema für die ÖKORENTA Fonds. Aus diesem Grund investieren wir wieder verstärkt in Windenergie.
Im Fokus stehen bei uns auch Stromspeicher, denn sie werden zunehmend zum entscheidenden Baustein, um die schwankende Einspeisung Erneuerbarer Energien planbarer zu machen und Strom dann verfügbar zu halten, wenn er tatsächlich gebraucht wird. In neuen Photovoltaik-Projekten sind Speicher deshalb bei uns kein Zusatz, sondern werden von Beginn an mitgedacht.
Wie ist Ihr Ausblick für die zweite Jahreshälfte 2026?
Busboom: Wir gehen von einer weiterhin guten Nachfrage in unserem Anlagesegment Erneuerbare Energien aus. Der Sektor bleibt ideal, um antizyklisch zu investieren, denn während viele Wirtschaftsbereiche unter den aktuellen Bedingungen leiden, gehören Infrastruktur und Erneuerbare Energieerzeugung zu den Gewinnern. Aus unserer Erfahrung erkennen viele Anleger diese Chancen, sind jedoch noch wenig investiert. Entsprechend hoch schätzen wir das Nachholpotenzial für die zweite Jahreshälfte ein. (mho)

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