Altersvorsorgereform: Standarddepot geht an den Wünschen der Sparer vorbei

06.10.2026

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Die Reform der Altersvorsorge stößt bei den Menschen auf Interesse, auch wenn sich viele noch nicht konkreter mit den Inhalten beschäftigt haben. Doch das im Altersvorsorge-Reformgesetz vorgesehene «Standardprodukt» entspricht offenbar nicht den Bedürfnissen der Mehrheit der künftigen Kunden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov für die PrismaLife AG.

Von den Befragten, die von ihrer privaten Altersvorsorge eine höhere Rente oder einen höheren Kapitalertrag erwarten, wollen 88 Prozent eine Option, die mehr Rente bringt, gegebenenfalls auch in Kombination mit einer Kapitalleistung. Nur 12 Prozent bevorzugen eine reine Kapitalleistung.

«Auch wenn das im Widerspruch zur heutigen Realität steht, in der meist die Kapitalleistung bevorzugt wird, zeigt es dennoch, dass die Sorge um die Rente groß ist», sagt Stefan Opel, CEO der PrismaLife AG. «Das Altersvorsorge-Depot trifft also den Nerv der Zeit.»

Viele wissen noch nicht, was kommt

Gleichwohl gibt es noch Informationsbedarf. Rund drei Monate vor dem Start ist das Altersvorsorge-Depot vielen Menschen noch unbekannt. Nur 40 Prozent der Befragten wissen, dass es sich um eine neue, staatlich geförderte Sparform handelt. 41 Prozent geben an, nicht zu wissen, was damit gemeint ist. Männer halten sich für besser informiert als Frauen (47 zu 34 Prozent). Bei den 18- bis 24-Jährigen kennen sogar nur 27 Prozent die richtige Antwort.

Beratung gewünscht – wenige Selbstentscheider

Entsprechend wünschen sich 83 Prozent der Befragten, die sich zu der Frage positionieren, eine professionelle Beratung. Ein Abschluss ohne Beratung, wie er im sogenannten Standarddepot vorgesehen ist, kommt nur für 17 Prozent in Frage. Frauen legen mehr Wert auf Beratung (90 Prozent) als Männer (76 Prozent). Besonders hoch ist der Beratungsbedarf auch bei den 18- bis 24-Jährigen: Hier halten 87 Prozent eine Beratung für wichtig oder sehr wichtig. 

Garantie oder breite Fondsauswahl statt zwei Fonds

Auch beim Produktdesign weichen die Wünsche der potenziellen Kunden deutlich von den Eigenschaften des Standarddepots ab. Nur 14 Prozent der Befragten, die das Altersvorsorge-Depot kennen und investieren möchten, präferieren ein Produkt mit nur zwei Fonds. Hingegen möchten 52 Prozent Produkte mit einer Kapitalgarantie. 48 Prozent achten auf eine große Auswahl an Investmentfonds. 

Für Stefan Opel ist der Wunsch nach Garantien nachvollziehbar, trotzdem steht für die PrismaLife die Kapitalmarktorientierung im Vordergrund: «Wir werden für das AV-Depot ein fondsgebundenes Versicherungsprodukt ohne Garantien und mit lebenslanger Rentenoption anbieten. Das passt sehr gut zu unserer DNA», sagt Opel. «Wir sind seit vielen Jahren überzeugt, dass langfristige Altersvorsorge für unsere Kunden vor allem über eine renditeorientierte Kapitalanlage funktioniert. Eine Beitragsgarantie begrenzt dagegen die Renditechancen erheblich und kann langfristig sogar dazu führen, dass die Inflation nicht ausgeglichen wird.»

Förderung soll ausgenutzt werden

55 Prozent der Befragten möchten monatlich in das Altersvorsorge-Depot investieren. Davon wollen 47 Prozent das Fördermaximum von 150 Euro im Monat oder sogar darüber hinaus einzahlen. 31 Prozent möchten nur 30 Euro oder weniger investieren. 22 Prozent denken an Beträge zwischen 31 und 149 Euro. 

«Die staatliche Förderung macht den Einstieg attraktiver, ersetzt aber keine individuelle Vorsorgeplanung», sagt Opel. «Die eigentliche Beratungsleistung beginnt dort, wo es um höhere Sparbeiträge, Versorgungslücken und die Frage geht, welche Kombination aus geförderter Vorsorge, privater Vorsorge und betrieblicher Altersversorgung für den einzelnen Kunden sinnvoll ist. »

Beratung ist der Schlüssel für einen sinnvollen Einsatz des Altersvorsorgedepots

«Vieles spricht dafür, dass versicherungsbasierte Produkte im Altersvorsorge-Depot ihren Platz haben werden. Sie ermöglichen laufende Rentenzahlungen und sind dennoch kapitalmarktorientiert. Dafür braucht es allerdings mehr als zwei Standardfonds», sagt Stefan Opel. «Damit werden auch die Werbeaussagen einiger Marktteilnehmer relativiert, die minimale Kosten für Altersvorsorge-Depots versprechen. Denn sie beziehen sich ausschließlich auf beratungsfreie Standarddepots und gehen offenbar am Kundeninteresse vorbei. Vielmehr eröffnet das Altersvorsorge-Depot ein echtes Beratungsfenster für Vermittler, die eine ganzheitliche Beratung anbieten.»