Betongold als Rettungsanker

09.12.2022

Lars Schriewer, Vorstandsvorsitzender der ACCENTRO Real Estate AG / Foto: © ACCENTRO Real Estate AG

Das Krisenjahr 2022 hat die Menschen in Deutschland verunsichert, wie es selbst zwei Jahre Pandemie zuvor nicht vermocht hatten. In diesen unsicheren Zeiten steigender Inflation sind und bleiben Immobilien, speziell Wohnimmobilien, eine wertsichere Anlage. Wieso eine Investition in Wohnimmobilien sich immer noch lohnt und nach wie vor den besten Schutz vor Inflation darstellt, erklärt Lars Schriewer, CEO von ACCENTRO.

Steigende Energiepreise, eine hohe Inflation, seit Jahren zum ersten Mal angezogene Zinsen – das Krisenjahr 2022 hat viele Menschen in Deutschland verunsichert. Hinzu kommt die Corona-Pandemie, die immer noch andauert, obwohl sie für die meisten Menschen in den Hintergrund gerückt ist. Trotz aller Krisen kann die Devise nur lauten: Nicht verzagen! Auch in diesen harten Zeiten gibt es auf die Frage, wie man sich und sein Vermögen absichert, insbesondere gegen die Folgen der Inflation, die in Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge im Oktober bei über zehn Prozent lag, nur eine Antwort: eine Investition in Immobilien, genauer Wohnimmobilien.

Nachholeffekte auf dem Wohnimmobilienmarkt

Dafür spricht einiges. Zunächst: Der deutsche Wohnungsmarkt ist äußerst resilient und hat selbst während der herausfordernden Corona-Pandemie starke Wertzuwächse verzeichnet. Wie der aktuelle ACCENTRO Wohneigentumsreport 2022 konstatiert, wurden auch aufgrund des mangelnden Angebots an Wohnraum bei weiterhin hohem Bedarf und der unzureichenden Fertigstellungszahlen im Jahr 2021 weitere Wertsteigerungen verzeichnet. Nach einem Rückgang der Transaktionszahlen aufgrund der Corona-Pandemie konnten insbesondere in den Top-8-Städten Nachholfeffekte bei den Transaktionszahlen beobachtet werden.

Verzeichnet wurde auf dem Wohneigentumsmarkt im vergangenen Jahr ein Rekordumsatz von 43 Milliarden Euro – das entspricht einem Umsatzwachstum von beinahe 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt gab es 4,4 % mehr Transaktionen und der durchschnittliche Wohnungspreis ist auf 250.272 Euro gestiegen, in den Top-8-Städten lag er sogar bei 456.233 Euro.

Starkes Wachstum in den Mittelstädten

Die stärksten Umsatzsteigerungen in den zurückliegenden zehn Jahren verzeichneten vor allem ostdeutsche Mittelstädte wie Gera, Halle (Saale) und Chemnitz. Diese Städte waren im vergangenen Jahr der Stabilitätsanker bei den Umsatzzahlen und sind unter anderem aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und niedriger Einstiegspreise für Anleger attraktiv. Das zeigt: Nicht nur die größten Ballungszentren, sondern auch die Mittelstädte haben ein enormes Potenzial.

Aber auch urbane Ballungsräume bieten in der aktuellen Marktlage nach wie vor gute Einstiegschancen für alle, die langfristig anlegen wollen. Kurzfristig bieten sich ebenfalls große Chancen, da aufgrund der Unsicherheiten die Konkurrenz geringer ist als in den vergangenen Jahren. Um diese Chancen zu nutzen, brauchen Investoren jedoch eine breite Eigenkapitalbasis. Sobald sich die Situation an den Märkten wieder entspannt, wird auch das Interesse an Wohneigentum wieder zunehmen. Somit würde die Nachfrage noch weiter steigen und die Preise für das ohnehin knappe Angebot ebenfalls weiter nach oben schnellen.

Neuer Wohnraum bleibt ein knappes Gut

Wohneigentum bleibt vor allem aufgrund der geringen Neubauzahlen rar: 2021 wurden insgesamt 25.274 Neubauwohnungen verkauft. Die Zahl der neu gebauten Wohnungen hinkt auch dem ambitionierten Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr weit hinterher. 2020 wurden 306.000 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Rekordwert, der immer noch zu niedrig war. 2021 waren es nur 293.000 Einheiten.

Mit weiteren Preissteigerungen ist auch aufgrund der steigenden Bauzinsen und der ebenso stetig nach oben kletternden Baukosten zu rechnen. Diese Umstände führen gemeinsam mit weiteren Faktoren wie dem Fachkräftemangel und der Materialknappheit zu einer erhöhten Unsicherheit am Kapitalmarkt und einem gebremsten Wirtschaftswachstum. Die Konsequenz aus alledem ist letztendlich, dass immer weniger gebaut wird – trotz eines steigenden Bedarfs. Für Käufer wird es also nicht einfacher, eine Wohnung zu finden. Gleichzeitig bleibt die Investition in Wohneigentum für Anleger attraktiv.

Wohnimmobilien als bester Schutz vor Inflation

Was unter normalen Umständen gilt, gilt lang- und mittelfristig auch in einem Inflationsumfeld mit Raten von um die 10 Prozent. Denn historisch zeigte sich immer – Die steigende Inflation schlägt sich mittelfristig in steigenden Löhnen nieder. Das eröffnet wieder Raum für Mietanpassungen, ohne Mieter zu überfordern. Zusätzlich ist davon auszugehen, dass die Wertsteigerungen der letzten Jahre, die nicht nachfrage-, sondern zinsbedingt waren, eine Art vorweggenommene Inflationsanpassung waren. Folgt man dieser Annahme, so ist nicht von massiven Wertverlusten der Immobilie zu rechnen, sondern vielmehr mit steigenden Mieteinkünften bei stabilen Immobilienpreisen. Immobilien lohnen sich mehr.

Wem das nicht reicht, der sollte einfach einen Blick auf die Zahlen werfen. In den letzten 30,20 sowie 10 Jahren stiegen die Immobilienpreise kontinuierlich. Kleinere Rückschläge wurden schnell wieder aufgeholt. Egal zu welchem Zeitpunkt Käufer einstiegen, wenn sie solide finanziert haben und eine brauchbare Immobilie ausgewählt haben, dann erzielten sie Wertzuwächse. Das Kapital, dass sonst auf den Sparkonten dahinschmolz, wurde mehr Wert.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis und die Nachfrage nach Wohnraum dürfte weiter steigen. Die Uni Freiburg geht davon aus, dass die Nachfrage bis 2060 weiter wachsen dürfte (Quelle). Angesichts der steigenden Baukosten und der schleppenden Fertigstellung geplanter Objekte, ist sogar noch von einer weiteren Verschärfung auszugehen, die die Prognosen der Wissenschaftler übertrifft.

Wer also nicht spekulieren möchte, sondern sein Geld langfristig, risikoarm, kurzum langweilig für das Alter anlegen möchte, der kommt auch in Zeiten hoher Inflation nicht an Immobilien vorbei.

Gastbeitrag von Lars Schriewer, CEO der ACCENTRO Real Estate AG