"Braches Land oder Ackerland sind große Herausforderungen, vor denen viele unferfahrene Wettbewerber zurückschrecken"

30.08.2019

Christoph Straube, Vorstand W&L Wohnen & Leben Unternehmensgruppe / Foto: © W&L

Die W&L Wohnen & Leben Unternehmensgruppe hat sich in den letzten zehn Jahren als innovativer Immobilien- und Grundstücksentwickler positioniert und dabei die Marktpräsenz konsequent ausgebaut. Mit fachlicher und branchenübergreifender Expertise gelang es dem Vorstand, Christoph Straube, lukrative Nischen zu besetzen und renditestarke Geschäftsbereiche zu erschließen. Im Gespräch gewährt er uns einen Einblick in die Unternehmensphilosophie.

finanzwelt: Könnten Sie uns Ihr aktuelles Kerngeschäftsmodel etwas näher erläutern?

Christoph Straube: Die Wohnen & Leben Gruppe umfasst acht Tochtergesellschaften. Jede davon blickt mit einem eigenen Fokus auf die unterschiedlichen Sektoren des multiplen Immobilienmarktes. Unser Kerngeschäft trägt nach wie vor die Headline „Grundstücke“. Wir selektieren den Markt gezielt nach Opportunitäten, die spezielles Know-how, fachliche Expertise sowie eine gute Portion kreativen und lösungsorientierten Denkens erfordern. Nach unserem Credo verdient jedes Grundstück seine eigene, individualisierte Entwicklung, das regelmäßig intelligente Zwischennutzungskonzepte erfordert und so für Außenstehende beinahe ungeahnte Realrenditen abwirft. Heutzutage sind Kreativität und ein offener Blick das A und O – Think outside the Box! Dabei wird nicht selten aus ungenutztem, brachem Land, ein neu erstrahlender, prosperierender Spot der Region. Bis aus brachem Grund ein harmonisch abgestimmtes Wohngebiet wird, ziehen nicht selten Zeiten von sechs bis sieben Jahren ins Land. Oftmals leidet die Schaffung von wertvollem Wohnraum unter kommunalpolitischem „Geklüngel“ und parteigesteuerten Interessensgemengen, die stets auf Kosten der Sache und damit des Allgemeinwohls gehen.

finanzwelt: Herr Straube, vor Brachem- oder Ackerland schrecken viele Investoren zurück. Sie haben genau diese im Visier und haben aktuell ein Areal von 100.000 m² vor den Toren Düsseldorfs erworben. Können Sie die spezifischen Herausforderungen und die Antworten, die Sie als Wohnen & Leben Gruppe darauf finden, darlegen?

Straube: Genau aus diesem Grund finden wir das Thema so spannend. Wir entwickeln eigene Grundstücke (aktuell knapp 600.000 m²) und mitunter auch Grundstücke für Dritte als Dienstleister. Meist dreht sich dabei die Kernaufgabe weniger um die künftige Entwicklung zum Bauland, sondern zu allererst darum, wie in der Interimsspanne Gewinne erwirtschaftet werden können, um einen positiven Cashflow für die Gruppe zu generieren. Ein eigenes Expertenteam aus Architekten, Rechtsanwälten, Marketingspezialisten und Protagonisten aus dem Immobilien- und Finanzmarkt mit jeweils jahrelanger Erfahrung arbeitet in vertrauensvoller Abstimmung mit kommunalen Entscheidern. Unser Denken erfordert eine enge und verlässliche Zusammenarbeit mit Gemeinden und Städten, kreative Ausarbeitung von Ideen und das Ersinnen neuer Konzepte.

finanzwelt: Gibt es sonst noch Geschäftsbereiche, in denen Sie aktiv sind?

Straube: Ja! In der Wohnen & Leben Network GmbH haben wir in einer 100 % Tochter der Wohnen & Leben AG unser exklusives Maklergeschäft als B2B-Dienstleister gebündelt. Dabei setzen wir großvolumige Asset- und Beteiligungstransaktionen ausschließlich für institutionelle Investoren um. Durch unser Netzwerk zu Entscheidern begleiten und mitteln wir Transaktionen. Im Rahmen unseres Inhouse-Vorscreenings verfügen wir über umfangreiche individuelle Anforderungsprofile institutioneller Akteure, die wir mit targetspezifischen Parametern abgleichen. Hier liegt unser Fokus auf Volumina zwischen 10 und 150 Mio. Euro. (fw)