Deutsche Profianleger setzen auf defensive Aktien und internationale Diversifikation

01.07.2015

Tobias Pross

Die Auswertung der AllianzGI Global RiskMonitor-Umfrage auf Länderebene zeigt, dass für 85 % der befragten institutionellen Anleger in Deutschland das Aktienmarktrisiko auf 12-Monats-Sicht als die größte Gefahr für die Erreichung ihrer finanziellen Ziele ansehen.

(fw) Währungs- und Rohstoffmarktrisiken folgen mit 75 % bzw. 64 % der Nennungen auf den Plätzen zwei und drei. Tail Risks halten 35 % der Befragten in diesem Zeitraum für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich.**

Notwendige oder vernünftige Neigung zu Aktien?**

Dennoch stehen Aktien bei Deutschlands Profianlegern hoch im Kurs: Insbesondere europäische Aktien stehen bei 62 % der Befragten in den nächsten 12 Monaten auf der Kaufliste, deutlich mehr als im internationalen Vergleich. Weltweit gaben 30 % an, ihre Position in europäischen Aktien aufstocken zu wollen, in Europa, Mittleren Osten und Afrika waren es 49 %. Nur in der Schweiz scheint das Interesse mit 72 % größer zu sein.

Der Neigung zu Aktien kann anscheinend auch eine höhere Volatilität an den Märkten kaum etwas anhaben. Schließlich geben 47 % der Befragten in Deutschland an, dass sie am ehesten mit defensiven Aktienstrategien darauf reagieren würden.

„Die Ergebnisse lassen zwei wichtige Rückschlüsse zu“, sagt Tobias Pross, Europa-Chef von AllianzGI: „Erstens, in Folge des anhaltenden Niedrigzinsumfelds sind institutionelle Anleger ganz bewusst stärker ins Risiko gegangen und haben ihre Aktienquoten erhöht. Zweitens, haben sie den Charme von defensiven Aktien entdeckt, die sich durch weitgehend konjunktur-unabhängige Cash-Flows und stabile Dividendenzahlungen auszeichnen. Insofern ist das Handeln der Investoren notwendig und vernünftig. “

Risikomanagement fast ohne Alternative(s)

Die Auswertung der AllianzGI Global RiskMonitor-Umfrage auf Länderebene zeigt auch, dass institutionelle Anleger in Deutschland mit 73 % der Nennungen im internationalen Vergleich am häufigsten geografische Diversifikation für das Risikomanagement ihrer Anlagen einsetzen. Ähnlich international zeigten sich die Befragten in Frankreich (69 %), den Niederlanden und der Schweiz (je 68 %). Weltweit gaben 56 % der 735 Befragten an, diese Strategie einzusetzen, in Asien-Pazifik gar nur 40 %.

Diversifikation über Anlageklassen wurde in Deutschland mit 53 % am zweithäufigsten genannt, auf Platz drei folgen Strategien mit dynamischer Asset Allokation (43 %).

„Die Ergebnisse für Deutschland sind insofern erfreulich, als dass Investoren die Vorteile der internationalen Streuung ihrer Anlagen nutzen. Die häufige Nennung von Strategien mit dynamischer Asset Allokation zeigt auch, dass institutionelle Anleger in Deutschland bereits frühzeitig die Wichtigkeit eines funktionstüchtigen Risikomanagements erkannt und heute in weiten Teilen durch den Einsatz solcher Strategien ein asymmetrisches Risikoprofil für ihre Anlagen umgesetzt haben“, sagt Pross.

Hingegen schöpft fast die Hälfte der Befragten in Deutschland nicht in vollem Umfang die Diversifikation über Asset-Klassen aus, denn nur 52 % gaben an in alternativen Anlageformen investiert zu sein, das ist im internationalen Vergleich der niedrigste Wert. Weltweit sind 73 % der Befragten investiert, Weltmeister sind die Schweizer mit 96 %.

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