Erwartungen an das Firmenkundenbanking der Zukunft
04.07.2023

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Fachkräftemangel, komplexer werdende Geschäftsfelder und verschärfte Regularien im Bereich Nachhaltigkeit bilden für den Bankensektor künftig die größten Herausforderungen – zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Future Banking Skills“ der ING Deutschland.
Die kürzlich von der F.A.Z. BUSINESS MEDIA | research, FINANCE und der ING durchgeführte Onlinebefragung von 193 Entscheidern aus Unternehmen und 157 Bankern aus dem Firmenkundengeschäft ergab, dass die Skills der klassischen Bankausbildung dem zunehmend anspruchsvolleren Tätigkeitsfeldern wie etwa dem Wholesale Banking nicht mehr gerecht werde. Die Zukunft liegt also in kundenorientierter, digitaler Beratung mit maßgeschneiderten Lösungen.
Die klassische Ausbildung sowie Basiswissen wie Finanzanalysen oder Kapitalmarktstrukturen spielen „nur“ noch eine untergeordnete Rolle für die Skills der Firmenkundebankern von Morgen. Unter ihnen sehen rund 56 % bei Themen wie ESG (Environment, Social, Governance), etwa bei grünen Finanzierungen, Know-how zu Nachhaltigkeit oder Regulierungsfragen, den größten Weiterbildungsbedarf. Auch in den Bereichen KI , Data Analytics, Coding oder Blockchain seien künftig versiertere Fähigkeiten gefragt. Gleichzeitig erfordere der Fachkräftemangel bei den Banken, in denen 2022 65.000 Stellen und somit jede neunte unbesetzt blieb, zeitgemäße Recruiting-Maßnahmen, um etwa auch Quereinsteiger wie Mathematiker oder Physiker für die Branche zu gewinnen. Laut der Studie bemühen sich gerade einmal 23 % der Banken um solche Zielgruppen.
Banken müssen für junge Talente attraktiver werden
Mit flexibleren Arbeitszeitmodellen, Work-Life-Balance und flachen Hierarchien gelte es die eigene Marke und Firmenkultur auch für jüngere Generationen (Gen Z) attraktiv zu gestalten und so junge Talente zu gewinnen. Das werde auch hinsichtlich des Renteneintritts der zahlenstarken Babyboomer-Generation (bis 2038 etwa 1,6 bis 4,8 Mio.) dringender, um handlungsfähig zu bleiben. Diese Fähigkeit der Banken, sich anzupassen, nimmt für 63 % auch im Firmenkundenbereich eine immer größere Rolle ein. Längst drängen Mitbewerbende wie Neobanken oder FinTechs in das lukrative Geschäftsfeld und agieren dabei meist digitaler und flexibler.
Eddy Henning, Mitglied des Vorstands der ING Deutschland und zuständig für das Firmenkundengeschäft ergänzt: „Im Corporate Banking sehen wir einen großen Wettbewerb um Talente. Ein Tischkicker und ein kostenloser Obstkorb reichen schon lange nicht mehr. Eine Unternehmenskultur hingegen, die Angestellte in den Mittelpunkt stellt und dieses durch passende Maßnahmen wie flache Hierarchien, offene Feedbackkultur und selbstbestimmtes Arbeiten unter Beweis stellt, überzeugt Talente hingegen.“
Branchenkenntnis und Kontinuität
Für die Mehrheit der Befragten aus den Unternehmen habe die standardisierte Beratung ausgedient: Sie fordern von der Finanzdienstleistung ein tiefes Verständnis ihrer Ziele sowie kundenorientiertes Handeln. Acht von zehn erwarten zudem eine spezielle Branchenkenntnis und auf das jeweilige Geschäftsfeld individuell angepasste Beratungsleistungen und Lösungen. 89 % setzen detailliertes Wissen über das Unternehmen selbst voraus. Bei den entsprechenden Banking-Prozessen legen 62 % der Befragten Wert darauf, dass diese digital und von einer klar definierten und wiederkehrenden Ansprechperson betreut werden. Immerhin: Jeder zweite Befragte hat die Bedeutung von Branchenkenntnis bereits erkannt.
Die gesamte Studie gibt es hier. (ml)

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