Etwas für Langstreckenläufer

25.02.2020

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Früher waren Krankenversicherer eben einfach nur Krankenversicherer. Doch die Zeiten haben sich geändert – heute stellen die Unternehmen das Thema Gesundheit in den Vordergrund. Und zwar mit allen Facetten. Dies wirkt sich auch auf die noch vor wenigen Jahren rein technisch betrachtete betriebliche Krankenversicherung (bKV) aus. Und könnte ihr zu einem Höhenflug verhelfen.

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) wird immer beliebter. Ende 2018 gab es rund 7.700 Unternehmen, die ihren Mitarbeitern diese zusätzliche Absicherung anboten. Das ist eine Verdopplung in nur drei Jahren (Ende 2015: 3.848 Unternehmen). Rund 760.000 Arbeitnehmer kommen dadurch bereits in den Genuss spezieller Gesundheitsleistungen. Der Erfolg der betrieblichen Krankenversicherung verwundert nicht, denn sie lohnt sich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Das belegen Beispiele aus zahlreichen Unternehmen. Im Informationsportal chefsache-gesundheit.de des PKV-Verbandes berichten Personalchefs und Mitarbeiter von ihren Erfahrungen aus der Praxis, von begeisterten Reaktionen aus der Belegschaft und positiven Effekten bei Bewerbungsgesprächen mit Fachkräften. „Das wachsende Interesse an der betrieblichen Krankenversicherung zeigt, dass Unternehmen und Belegschaften in Eigeninitiative und mit Hilfe der Privaten Krankenversicherung Lösungsmöglichkeiten für eine zusätzliche Absicherung im Krankheitsfall finden können, die Vorteile für alle bieten“, sagt dazu PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther. Das genannte Portal ist gleichzeitig eine empfehlenswerte Argumentationshilfe für den freien Vertrieb. Doch reicht dies alleine nicht, wie Robert Gladis, dem Leiter des Kompetenzcenters Firmenkunden der HALLESCHE Krankenversicherung, erklärt: „Zunächst kann ich Vermittlern nur raten, sich diesem neuen, hochattraktiven und wachstumsstarken Segment zu öffnen. Auch für viele Unternehmen ist die bKV noch Neuland, da ist natürlich immer ein wenig Aufklärungsarbeit gefragt.“ Wichtig sei: Bei der bKV gehe es nicht um den Kauf oder Verkauf einer Versicherung, sondern um ein betriebliches Gesundheitskonzept als attraktive Zusatzleistung des Unternehmens. „Hierfür biete man Unterstützung durch die Experten des Kompetenzcenters Firmenkunden an. Ähnlich sieht das Winfried Schuster, stellvertretender Direktor des Geschäftsfeldes betriebliche Vorsorgelösungen im Bereich Corporate Employee Benefits bei der AXA: „Die bKV ist vielleicht noch nicht so populär wie eine bAV, aber sollte bereits heute schon bei jedem Kundenkontakt als Trumpfkarte gespielt werden können. Wir von AXA möchten den Unternehmen künftig unter dem Geschäftsfeld Corporate Employee Benefits ganzheitliche Lösungen in der Mitarbeiterabsicherung anbieten. Und Olaf Engemann, Vorstand für Marketing und Vertrieb der SDK Versicherungen, ergänzt um einen ganz wichtigen Punkt: „Aktuell ist geklärt, was längere Zeit ungeklärt war: Zuwendungen von Arbeitgebern für eine bKV können steuer- und sozialabgabenfrei gewährt werden. Das hat der Bundesrat so beschlossen.“ Nun gelte wieder die 44-Euro-Grenze für Sachbezüge. Diesen Impuls sollten Vermittler schnell aufgreifen, denn das erleichtere die bKV-Ansprache bei Firmen ganz immens.

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