Finanzielle Stabilität der Kfz-Versicherer

07.05.2024

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Vor dem Hintergrund kontinuierlich steigender Schadenkosten stehen Kfz-Versicherer vor der zunehmenden Herausforderung, ihre Ertragslage zu sichern. Die Auswirkungen der Schadeninflation sind deutlich spürbar. In den vergangenen zehn Jahren (2013-2023) sind die durchschnittlichen Schadenkosten in der Kfz-Versicherung um etwa 150 % gestiegen. Obwohl die Gesellschaften versuchen, diesen Entwicklungen insbesondere durch Beitragserhöhungen entgegenzuwirken, ist der starke Wettbewerb oft ein Hindernis für angemessene Anpassungen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur hervor.

Beitragswachstum in der Kraftfahrthafthaftpflichtversicherung nur moderat

Ein Blick auf die Beitragsentwicklung in der Kraftfahrthaftpflichtversicherung zwischen 2021 und 2022 verdeutlicht dies: Das Marktwachstum betrug gerade mal einen halben Prozentpunkt, während die Anzahl der Verträge um 1,4 % zunahm. Zusätzlich ist der Durchschnittsbeitrag in der Kfz-Haftpflichtversicherung sogar leicht gesunken. Eine nähere Betrachtung der Beitragseinnahmen der zehn größten Versicherer in diesem Bereich, die etwa 80 % des Gesamtmarktes abdecken, zeigt deutliche Unterschiede im Wachstum.

Hohe Schadenkosten sorgen für gestiegene Schadenrückstellungen

Die aktuellen Schadenbelastungen, die bei der Kalkulation der Beiträge angemessen berücksichtigt werden sollten, zeigen sich nicht nur in den Schadenausgaben, sondern auch in der Entwicklung der Rückstellungen für Schäden. Diese decken Verpflichtungen ab, die aus Schadenfällen resultieren, die bis zum Ende des Geschäftsjahres eingetreten sind, aber noch nicht vollständig abgewickelt wurden. Die genaue Höhe dieser Verpflichtungen ist oft unsicher, aber dennoch von entscheidender Bedeutung für die finanzielle Stabilität der Versicherer.

Die Grafik verdeutlicht, dass die Schadenrückstellungen bei allen Versicherungsgruppen von 2021 auf 2022 angestiegen sind, hauptsächlich aufgrund der gestiegenen Anzahl an Schadenfällen im Jahr 2022, nach den außergewöhnlich niedrigen Schäden in den Pandemiejahren 2020/2021. Besonders die HUK-Coburg-Gruppe mit einem Anstieg von 7 % und die Talanx-Gruppe mit 5 % haben ihre Schadenrückstellungen überdurchschnittlich erhöht.

Es ist allgemein sinnvoll, nicht nur die absoluten Schadenrückstellungen zu betrachten, sondern auch die Schadenreservequote – das Verhältnis der Schadenrückstellung zu den verdienten Bruttobeiträgen. Dies ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit der Reserven zwischen den Unternehmen.