Friedenshoffnung treibt DAX und Ölpreis auseinander
16.06.2026

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Die Märkte feiern aktuell die Aussicht auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Der DAX legte vorbörslich um 1,6 Prozent zu und kletterte wieder über die Marke von 25.000 Punkten. Eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde eine der größten Unsicherheiten für die Weltwirtschaft entschärfen.
Entsprechend gerät der Ölpreis deutlich unter Druck. Brent verliert am 16. Juni mehr als 4 Prozent und notiert inzwischen 30 Prozent unter dem März-Hoch. Die geopolitische Risikoprämie wird damit zunehmend aus dem Ölpreis herausgenommen.
Gleichzeitig fallen auch die Anleiherenditen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen rutscht unter 4,4 Prozent, da Anleger mit weniger Inflationsdruck rechnen. Das würde die Fed spürbar entlasten, weil der geldpolitische Spielraum wieder größer wird und die Notwendigkeit von Zinserhöhungen abnimmt. Der Markt spielt damit das Goldilocks-Szenario mit sinkenden Ölpreisen, nachlassendem Inflationsdruck, fallenden Renditen und gleichzeitig robusten Aktienmärkten. Genau dieses Umfeld gilt aktuell als nahezu ideal für Risikoanlagen.
Trotzdem basiert die Rally bislang vor allem auf Hoffnung. Die Unterzeichnung des Abkommens soll erst am kommenden Freitag in der Schweiz erfolgen. Bis dahin bleibt die Marktstimmung fragil. Die am Wochenende verkündete Einigung ist zudem kein finaler Friedensvertrag, sondern zunächst nur eine Absichtserklärung. Mit der Unterschrift am Freitag beginnt erst eine 60-tägige Phase technischer und politischer Verhandlungen. Die Börse verhält sich derzeit jedoch teilweise so, als wäre das Problem bereits gelöst. Tatsächlich wurde bislang lediglich der Weg zu einer möglichen Lösung vereinbart.

Marktkommentar von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro.

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