HDI Berufe-Studie 2026: KI erhöht Produktivität

30.09.2026

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Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt Berufstätige zunehmend im Arbeitsalltag. Bereits mehr als jeder vierte Berufstätige gibt an, dass ihn KI bei Routinearbeiten im Job entlastet (26 %). Im Vorjahr war es jeder Fünfte (21 %). Auch der Anteil derjenigen, die durch den Einsatz von KI bessere persönliche Arbeitsergebnisse (19 % auf 24 %) sowie eine erhöhte Arbeitsproduktivität feststellen (19 % auf 23 %), ist deutlich gestiegen.

Doch es gibt große Unterschiede: So berichten etwa Erwerbstätige mit Hochschulabschluss (37 %) mehr als doppelt so häufig von einer Entlastung bei Routineaufgaben durch KI wie Absolventen einer Lehre (16 %). Fast genauso groß ist bei dieser Frage auch der Unterschied zwischen denen, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten und Beschäftigten mit ausschließlich betriebsgebundener Tätigkeit (37 % zu 18 %). Und am stärksten werden die Effekte von KI in Medien- und Marketingberufen wahrgenommen. Hier berichtet etwa jeder Zweite (47 %) von einer Entlastung bei Routinearbeiten. Es folgen Lehrer und Ausbilder gleichauf mit Beschäftigten der Informations- und Kommunikationsbranche mit 44 Prozent. Den drittschwächsten Wert erreichen dagegen medizinische Gesundheitsberufe mit nur 15 Prozent. Noch darunter liegen Verkehr und Logistik (11 %) sowie das Sicherheits- und Reinigungsgewerbe (10 %).

Bei der Frage, ob durch Künstliche Intelligenz bessere persönliche Arbeitsergebnisse erzielt werden, zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier belegen die drei Branchen ebenfalls die hintersten Plätze. Zum Vergleich: Während bereits die Hälfte (50 %) der Beschäftigten in Werbung oder Medien von besseren Arbeitsergebnissen durch KI berichtet, liegt dieser Anteil in medizinischen Gesundheitsberufen mit 15 Prozent nur bei einem Drittel dieses Wertes. Das sind zentrale Ergebnisse der HDI Berufe-Studie 2026, für die rund 4.000 Erwerbstätige ab 15 Jahren repräsentativ nach Alter und Geschlecht zeitgleich in allen 16 Bundesländern im Juni und Juli 2026 und damit zum achten Mal in Folge befragt wurden.

Dazu Holm Diez, Mitglied im Vorstand der HDI Deutschland AG: „Offenkundig verändert die Künstliche Intelligenz die Berufswelt rasant, allerdings nicht überall im gleichen Tempo. Wie stark die Künstliche Intelligenz Beschäftigte entlastet, hängt etwa maßgeblich von ihrer Tätigkeit, ihrer Qualifikation sowie der Branche ab. Trotz dieser hohen Dynamik bleibt der Mensch unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, Beschäftigte auf diesem Weg mitzunehmen und sie gezielt auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.“

In welchen Berufen kann KI bessere Arbeitsergebnisse hervorbringen als Menschen? Bei einer Auswahl von 15 Berufen nennen die Erwerbstätigen in Deutschland am häufigsten den Beruf des IT-Entwicklers und an zweiter Stelle den Beruf des Finanz- und Steuerberaters (38 %). Das Erstaunliche dabei: Diejenigen, die selbst in diesen Bereichen arbeiten, sagen das noch viel häufiger als die übrigen Berufstätigen. So hält mehr als jeder Zweite im IT-Bereich (54 %) die KI für den besseren IT-Entwickler als Menschen und im Bereich Steuerberatung / Rechnungswesen / Finanzdienstleistung sind es 49 Prozent, die in KI den besseren Finanz- oder Steuerberater sehen.

Dass Künstliche Intelligenz schon zum Abbau von Personal geführt hat, wollen neun Prozent aller Berufstätigen in ihren Unternehmen beobachtet haben. Immerhin 42 Prozent erwartet dies in Zukunft. Mit Abstand am häufigsten wird im Bereich Marketing und Medien ein Job-Abbau durch KI registriert (21 %). Von 48 Prozent wird es zudem dort künftig erwartet. Die geringsten Auswirkungen durch den Einsatz von KI werden dagegen in den Bereichen Hauswirtschaft und Erziehung, im Sicherheits- und Reinigungsgewerbe sowie in medizinischen Gesundheitsberufen erwartet. Dies deckt sich auch mit den Ergebnissen, in welchen Branchen die KI-Effekte aktuell am wenigsten registriert werden.

Beschäftigte in Hamburg profitieren bundesweit am häufigsten von Fort- und Weiterbildungsangeboten ihrer Arbeitgeber im Bereich Künstliche Intelligenz. Bei fast jedem zweiten Beschäftigten in der Hansestadt (44 %) ist das der Fall, doppelt so häufig wie etwa im benachbarten Schlusslicht Schleswig-Holstein (19 %). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 30 Prozent.

Auf die Frage, ob sie sich lieber „von einem KI-gestützten Roboter vollautomatisch operieren lassen“ würden oder von einem Menschen, entscheiden sich lediglich 10 Prozent für die KI, während 73 Prozent den Menschen bevorzugen. Die übrigen Befragten sind unentschieden. Auch unter Beschäftigten der Informations- und Kommunikationstechnologie fällt die Zustimmung nur geringfügig höher aus (12 %). Das gleiche gilt für Berufstätige aus medizinischen Gesundheitsberufen (11 %). Größere Unterschiede gibt es jedoch regional: Die größte Bereitschaft zur Operation durch einen Roboter zeigt sich im Saarland mit 18 Prozent und damit dem Spitzenwert im Bundesländervergleich. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern besteht dagegen die geringste Neigung (je 7 %).

Die Vorstellungen, wie Arbeit organisiert sein sollte, verändern sich deutlich. Flexible Arbeitszeiten, individuelle Übergänge in den Ruhestand und größere Freiräume bei der Gestaltung der Arbeitszeit stoßen auf breite Zustimmung. Das zeigt sich bei der Bewertung politischer Initiativen: Drei Viertel aller Berufstätigen (77 %) unterstützen die Anfang 2026 in Kraft getretene Aktivrente. Zwei Drittel (63 %) sind für die Abschaffung einer festen gesetzlichen Altersgrenze zum Renteneintritt. Stattdessen sollte der Zeitpunkt des Rentenbeginns innerhalb bestimmter Grenzen individuell selbst festgelegt werden können, verbunden mit entsprechenden Zu- oder Abschlägen. Und die Hälfte (49 %) der Beschäftigten votiert dafür, dass die Höchstarbeitszeit nicht länger pro Tag, sondern durch eine maximale Wochenarbeitszeit begrenzt werden soll. Mit 33 Prozent fällt der Anteil derjenigen, die diesen Vorschlag ablehnen, deutlich geringer aus. (mho)

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