Heißes Wetter, hitzige Gemüter: Warum es in Deutschland diesen Sommer heiß hergeht
06.08.2026

Foto: © Hopscotch
Während die Temperaturen in ganz Europa weiter steigen, stellen viele Mitarbeiter fest, dass nicht das Wetter die größte Herausforderung darstellt – sondern die Menschen. Von hitzköpfigen Führungskräften und aufbrausenden Kollegen bis hin zu Teams, denen es an Geduld und noch mehr an Energie mangelt – die Spannungen am Arbeitsplatz scheinen parallel zum Thermometer zu steigen.
Experten von Hogan Assessments, dem weltweit führenden Anbieter für Persönlichkeitsanalysen am Arbeitsplatz und Führungskräfteentwicklung, untersuchen, wie einer der heißesten Sommer Europas ein wachsendes Problem mit der Temperatur am Arbeitsplatz offenlegen könnte.
Die Hitze spüren
Der Zeitpunkt ist kaum überraschend. Unternehmen navigieren durch einen perfekten Sturm aus KI-bedingter Unsicherheit, anhaltender Veränderungsmüdigkeit, schlankeren Teamstrukturen und den Nachwirkungen von Burnout, das sich während und nach der Pandemie beschleunigt hat. Gleichzeitig sinkt das Mitarbeiterengagement weltweit weiter. Laut dem aktuellen “State of the Global Workplace”-Bericht von Gallup sank das globale Engagement das zwei Jahre in Folge, während das Engagement der Führungskräfte drastisch von 27 % auf 22 % zurückging – den niedrigsten Stand seit Jahren.
Und dann ist da noch die tatsächliche Hitze. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation warnen davor, dass übermäßige Hitze die Konzentration beeinträchtigen, die Ermüdung verstärken und die Produktivität verringern kann, wobei die Leistung mit jedem Grad Anstieg der Hitzebelastung über bestimmte Schwellenwerte hinaus um 2–3 % sinkt. Rund 30 % der Arbeitnehmer, die häufig Hitzestress ausgesetzt sind, berichten von Produktivitätsverlust.
Die Persönlichkeit des “aufbrausenden“ Mitarbeiters“ verstehen
Das Ergebnis? Ein Arbeitsumfeld, in dem Frustrationen schneller überkochen, die Geduld schneller schwindet und kleine Meinungsverschiedenheiten schnell zu großen Konfliktherden werden können.
Dies gilt insbesondere für temperamentvolle, „aufregbare“ Arbeitskollegen. Während Leidenschaft und Energie im Alltag die Stärken einer Person sein mögen, kann dieselbe Person leicht enttäuscht, orientierungslos und emotional explosiv wirken, wenn sie ihr Verhalten nicht mehr im Griff hat. Ein Mitarbeiter, der an einem Tag enthusiastisch und am nächsten gereizt ist, kann sich mit der Zeit den Ruf der Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit einhandeln.
„Leidenschaft zu zeigen verhindert, dass ein Berufstätiger emotionslos, gleichgültig oder desinteressiert wirkt. Doch das Zeigen emotionaler Höhen und Tiefen ist am Arbeitsplatz nicht immer hilfreich. Wenn Stress dazu führt, dass Emotionen hochkochen, müssen Mitarbeiter die Art und Weise anpassen, wie sie negative Gefühle kommunizieren“, sagt Jessie McClure, MA, Senior Consultant und Teamleiterin bei Hogan Assessments.
Strategien für temperamentvolle Persönlichkeiten
Glücklicherweise können Menschen lernen, ihr Verhalten zu mäßigen, indem sie ihren emotionalen Ausdruck steuern. Zunächst sollten leicht erregbare Mitarbeiter die Situationen analysieren, in denen sie frustriert und verärgert reagieren. Wenn sie lernen, die Anzeichen oder Auslöser zu erkennen, die darauf hindeuten, dass sie kurz davor sind, die Kontrolle zu verlieren, kann ihnen das helfen, innezuhalten, bevor sie reagieren. Dies kann Fachkräften mit dieser Persönlichkeitseigenschaft auch dabei helfen, Abstand zur Situation zu gewinnen, um zu vermeiden, dass sie unbeabsichtigte Signale aussenden, die die Leistung ihrer Kollegen beeinträchtigen könnten. Mit der Zeit können temperamentvolle Fachkräfte langsam Resilienz aufbauen, indem sie lernen, wie viel Stress sie verkraften können.
Für Arbeitgeber besteht die Herausforderung möglicherweise nicht nur darin, den Menschen zu helfen, diesen Sommer körperlich einen kühlen Kopf zu bewahren. Vielmehr geht es darum zu erkennen, dass auch die emotionale Temperatur eine Rolle spielt. Denn wenn Unternehmen aufgrund von Umbrüchen durch KI, Unsicherheit und Erschöpfung der Mitarbeiter ohnehin schon unter Hochdruck stehen, ist eine weitere Hitzewelle möglicherweise das Letzte, was die Gemüter am Arbeitsplatz brauchen.

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