Mittelstand zwischen Routine und neuen Risiken
07.07.2026

Peter Bertram, Leiter Produktmanagement und Underwriting Cyber der HDI Versicherung © HDI
Kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland, Selbstständige und Freiberufler stehen im Visier von Cyberangreifern. Das zeigt die Cyberstudie 2026 der HDI Versicherung. Der Versicherer hat dazu Anfang 2026 rund 1.100 Entscheider in IT- und Versicherungsfragen von KMU sowie Selbstständige in Deutschland durch das Marktforschungsunternehmen Sirius Campus befragen lassen.
Von den Befragten stufen 60% Cyberschäden als relevantes Risiko ein und 31% bewerten das Risiko, dass ihr Unternehmen innerhalb der nächsten 2 Jahre Ziel einer Cyberattacke wird, als „hoch“ oder „eher hoch“. Zwar können viele der Angriffe inzwischen abgewehrt werden, dennoch kommt es immer wieder zu erfolgreichen Attacken. Dabei lag die durchschnittliche Schadenhöhe bei erfolgreichen Angriffen laut HDI Cyberstudie 2026 bei rund 25.000 Euro. In den Vorgängerstudien seit 2022 lag dieser Wert mit mindestens 68.000 Euro jeweils wesentlich höher.
„Die deutlich gesunkene Schadenhöhe kann bedeuten, dass viele Unternehmen inzwischen routinierter mit der Bedrohung umgehen, präventive Maßnahmen greifen und Angriffe schneller eingegrenzt werden“, sagt Peter Bertram, Leiter Produktmanagement und Underwriting Cyber der HDI Versicherung. Unternehmen hätten die Cyberbedrohung somit als Teil ihrer unternehmerischen Realität begriffen. Er gibt dabei jedoch zu bedenken: „Neue Gefahr droht allerdings, wenn aus Routine Nachlässigkeit wird und der Fokus auf die Cybersicherheit nachlässt.“
Die Bedrohung durch Cyberangriffe ist nach wie vor real und relevant. Jedes dritte Unternehmen sieht seine Existenz im Falle eines massiven Cyberschadens gefährdet. Zum Teil erkennen Unternehmen diese existenzielle Gefahr aber erst bei einem Cybervorfall. Rund 35% der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen im Verlauf der vergangenen fünf Jahre mindestens einmal Ziel einer Cyberattacke geworden sei. Kleinunternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 2,5 und 10 Mio. Euro sind in der Folge häufig sogar existenziell in Gefahr. So hatte die HDI Cyberstudie 2024 bereits gezeigt, dass Kleinunternehmen von Cyberangriffen überproportional stark betroffen werden. Diese können Schäden oft weniger gut kompensieren als größere Unternehmen.
Die meisten Unternehmen bereiten sich entsprechend vor und setzen dabei auf unterschiedliche Präventionsmaßnahmen. So gaben 87% der in der Studie Befragten an, technische Maßnahmen wie Firewalls oder automatische Backups umgesetzt zu haben. 71% führen Schulungsmaßnahmen von Mitarbeitern durch. Und 69% haben organisatorische Maßnahmen wie IT-Richtlinien oder Sicherheitsstrategien etabliert.

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