Selbstständigkeit, nein Danke!

25.07.2019

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„Die Arbeit könnte so schön sein, wenn nur der Chef nicht wäre“. Das mag so mancher Arbeitnehmer hierzulande denken. Doch auf den Chef komplett verzichten und in die Freiberuflichkeit wechseln, kommt nur für die wenigsten Deutschen in Frage, wie eine aktuelle Untersuchung der Zurich zeigt. Dass sie wegen neuer Technologien ihren Job verlieren, glauben nur die wenigsten.

Durch neue Technologien, die Globalisierung und demografischer Veränderungen werden Erwerbstätige heute vor enorme Herausforderungen gestellt. So nehmen selbständige Tätigkeit und projektbezogene Auftragsarbeit zu. Dennoch sind nur wenige Deutsche bereit, eine freiberufliche Tätigkeit aufzunehmen, wie die Studie „Perspektiven zum Schutz: Umfrage unter Arbeitnehmern zur Entwicklung agiler Lösungen“ zeigt, die von der Zurich gemeinsam mit der Smith School of Enterprise and Environment an der Universität Oxford durchgeführt wurde. Hierzu wurden in 15 Ländern auf fünf Kontinenten 16.500 Erwerbstätige befragt, darunter ca. 1.100 Deutsche. Von den Deutschen Befragten gaben nur 6 % an, im nächsten Jahr ihre aktuelle Anstellung aufzugeben und das Abenteuer Selbständigkeit zu wagen. Für nur 16 % der deutschen Befragten kommt ein solcher Schritt überhaupt in Frage. Am weitesten verbreitet ist die Bereitschaft zu Selbständigkeit bei Befragten zwischen 20 und 30 Jahren: Hier ist für jeden vierten deutschen Befragten der Schritt in die Selbständigkeit eine Option. Ganz anders hingegen die Gruppe der Generation X (geboren zwischen 1965 und 1975): Bei diesen sind gerade einmal 11 % für den Schritt in die Selbständigkeit bereit. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen könnten mit der realistischen Möglichkeit zusammenhängen, die Selbständigkeitspläne in die Tat umzusetzen: Während für viele jüngere Befragte das Thema aufgrund fehlenden finanziellen Polsters noch etwas in der Zukunft liegen dürfte und deshalb noch eher ein Gedankenspiel ist, dürfte es für ältere Befragte konkreter umsetzbar sein, womit die Altersgruppen ein unterschiedliches Maß an Realisierung aufweisen, was natürlich auch seinen Einfluss auf die Antwort hat.

Die technologische Veränderung bedingt auch, dass manche Berufsbilder verschwinden, während andere neu entstehen. Damit gewinnt das Thema Umschulung immer mehr an Relevanz. Für diese ist mehr als jeder zweite Deutsche sogar bereit, seine Freizeit zu opfern. Diese Bereitschaft ist besonders bei kreativ tätigen Menschen vorhanden: Von diesen gaben 62 % diese Antwort, bei manuellen Routinearbeitern waren es nur 49 %.

Welche Einstellung die Deutschen zu technologischen Veränderungen im Bezug auf ihre berufliche Tätigkeit haben, lesen Sie auf Seite 2