Studie: „Generation Mitte“ krisenfester als gedacht

07.05.2024

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Die Stimmungslage der mittleren Generation in Deutschland ist deutlich besser, als die aktuellen wirtschaftlichen Rahmendaten vermuten lassen. Das zeigen die Ergebnisse der neuen Allensbach-Untersuchung im Auftrag der Versicherer.Vor allem die Zufriedenheit der 30- bis 59-Jährigen mit ihrer eigenen finanziellen Situation ist derzeit tendenziell höher als im vergangenen Jahrzehnt. Zugleich steigt der Zukunftsoptimismus der „Generation Mitte“, während die Abstiegsängste zurückgehen. Dennoch wird großer Reformbedarf gesehen.

„Wir sind überrascht, wie stabil und krisenfest die mittlere Generation ist“, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), bei der Vorstellung der Studie. „Auch der robuste Arbeitsmarkt hat zur Zufriedenheit der Befragten mit ihrer finanziellen Situation beigetragen.“

Zur Studie „Generation Mitte“

Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hat zum zehnten Mal die 30- bis 59-jährigen Menschen in Deutschland befragt. Verglichen mit der ersten Umfrage 2013 zeigt sich die „Generation Mitte“ heute zufriedener mit der eigenen finanziellen Lage: Auf einer Skala von 0 (unzufrieden) bis 10 (völlig zufrieden) wählte sie im Durchschnitt die Stufe 6,6 (2013: 6,3). Noch besser bewerteten die Befragten ihre Berufs- und Wohnsituation. „Insgesamt beeindruckt der Langzeittrend durch die Stabilität der Zufriedenheit in den unterschiedlichen Lebensbereichen, ob finanzielle Lage, Beruf, Wohnsituation oder generelle Lebenszufriedenheit“, sagte IfD-Geschäftsführerin Renate Köcher.

Gefahr des sozialen Abstiegs wird wieder geringer gesehen

Ein ähnlich optimistisches Bild ergibt sich auch bei der Frage nach der persönlichen Wohlstandsentwicklung. Aktuell ziehen 38 Prozent der mittleren Generation die Bilanz, dass es ihnen heute wirtschaftlich besser geht als vor fünf Jahren, während 26 Prozent von einer Verschlechterung berichten. Auch die künftige Entwicklung wird heute deutlich positiver eingeschätzt als im Nachgang der Pandemie vor zwei Jahren: Jeder fünfte Befragte geht jetzt von Wohlstandsgewinnen in den kommenden fünf Jahren aus, nur noch 13 Prozent glauben an Einbußen.

Auch die Gefahr des sozialen Abstiegs wird von der mittleren Generation heute wieder deutlich geringer gesehen als unter dem Eindruck der Corona-Pandemie vor zwei Jahren: Herrschte 2022 noch bei einem Viertel der Befragten große Sorge vor, sozial abzusteigen, teilen diese Befürchtung aktuell nur noch 16 Prozent der „Generation Mitte“. Auf der anderen Seite ist der Anteil jener, die überhaupt keine Gefahr sieht, von 17 auf 28 Prozent angestiegen. Die Mehrheit von 49 Prozent schließt für sich dieses Risiko nicht aus, schätzt es jedoch überwiegend als begrenzt ein.