Urlaub in Deutschland wieder beliebter

16.04.2024

Foto: © Quang Nguyen Vinh - Pexels

Der Engel & Völkers „Ferienimmobilien Marktbericht Deutschland 2023/2024“ analysiert die Preis-, Trend- und Lageentwicklung der 42 wichtigsten Ferienorte Deutschlands, von den Küsten der Nord- und Ostsee über die größten Seen bis hin zu den Bergregionen der Alpen und des Schwarzwaldes.
Die Indikatoren zeigen: Die Kaufzurückhaltung weicht neuer Investitionsfreude, während erwartete Zinssenkungen erste Anzeichen einer Belebung bringen.

Laut Statistischem Bundesamt (DeStatis) verzeichnet der heimische Tourismusmarkt weitere Erholungseffekte und verpasste im letzten Jahr mit 487 Mio. Übernachtungen knapp den Rekordwert von 2019 (495 Mio. Übernachtungen).

„Ferienimmobilien in Deutschland sind ein Fels in der Brandung, kaum ein Markt zeigt sich so resistent. 2023 ist die extreme Euphorie für eine eigene Ferienimmobilie, die während der Pandemie entfacht wurde, durch die normalisierte Reisesituation nur wenig abgeflacht. Wir registrieren ein ungebremstes Interesse“, bestätigt Till-Fabian Zalewski, CEO von Engel & Völkers für Deutschland, Österreich und die Schweiz, und erklärt weiter: „Auch aufgrund der voraussichtlichen Leitzinssenkungen im Sommer ist mit einer Aufholdynamik zurückgehaltener Kaufentscheidungen zu rechnen. Die daraus folgende Stabilität und verbesserte Planbarkeit für Kaufinteressierte könnte das Objektangebot in den begehrtesten Lagen wieder knapper werden lassen."

Die anhaltende Begeisterung nach Urlaub im eigenen Land spiegelt sich auch in der Vitalität des deutschen Ferienimmobilienmarkts wider. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen, gestiegener Zinsen und Energiekosten bleiben Zweitwohnsitze in den beliebtesten Ferienregionen der Bundesrepublik auf hohem Preisniveau stabil.

Stabile Preise in den Top-Regionen

Ende 2023 stabilisierten sich die Ferienimmobilienpreise in fast allen von Engel & Völkers analysierten Regionen. So sank der durchschnittliche Angebotspreis für online inserierte Ferienwohnungen 2023 bundesweit um rund 4 % und pendelte sich im zweiten Halbjahr 2023 auf 4.273 Euro / qm ein. Wie prognostiziert, sind die Kaufpreise für Premiumimmobilien im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, da in diesem Segment in der Regel durch einen hohen Eigenkapitalanteil finanziert wird. So werden die bundesweiten Spitzenkaufpreise erneut auf der Nordfriesischen Insel Sylt sowie in idyllischen Wasserlagen und mit Bergpanorama am bayerischen Starnberger See und Tegernsee erzielt. Die Preisspanne kann hier in Bestlage bis über 15 Mio. Euro erreichen. Für besondere Ferienhäuser können am Starnberger See Kaufpreise von bis zu 30 Mio. Euro und auf Sylt bis zu 29 Mio. Euro erzielt werden.

Mit Spitzenkaufpreisen von bis zu 3 Mio. Euro gehört die Ostfriesische Insel Norderney ebenfalls zu den Top-Destinationen an der Nordsee. An der Ostsee zählen die Inseln Rügen (bis 3,8 Mio. Euro) und Usedom (bis 3 Mio. Euro) sowie die Gemeinde Timmendorfer Strand (bis 4 Mio. Euro) zu den beliebtesten und teuersten Regionen. In den Alpen werden die höchsten Preise in den populären Skiorten Garmisch-Partenkirchen (bis 5 Mio. Euro) sowie Oberstdorf (bis 4,5 Mio. Euro) erreicht. Am deutschen Teil des Bodensees liegen die Kaufpreise für Objekte in Panoramalage bei bis zu 7 Mio. Euro, während die Spitzenpreise für Ferienhäuser im Südschwarzwald in sehr guter Lage bis zu 3 Mio. Euro erreichen.

Im Segment der Ferienwohnungen führt Norderney die Spitzengruppe an: Hier liegen die Quadratmeterpreise bei bis zu 25.000 Euro und übersteigen damit Sylts Spitzenwerte für Ferienwohnungen (bis zu 22.000 Euro / qm). Für besondere Liebhaberobjekte in erster Meereslinie können auf Norderney sogar Quadratmeterpreise von bis zu 29.500 Euro erzielt werden. Günstigere Preise für Ferienwohnungen lassen sich noch in einfachen Lagen bekannter Ferienorte oder deren Umland, wie auf der Insel Poel an der Mecklenburgischen Ostseeküste (ab 3.000 Euro / qm) oder bei Titisee-Neustadt im Schwarzwald, finden (ab 1.600 Euro / qm).

„Aktuell bieten sich für Kaufinteressierte abseits der hochfrequentierten Ferienhotspots sehr gute Objektangebote. Die Ausgangslage sinkender Zinsen sowie das derzeit moderate Preisniveau bilden einen guten Einstiegszeitpunkt – ob zur Eigennutzung oder auch zur Ferienvermietung", weiß Zalewski.

Private Vermietungen von Ferienimmobilien im Trend

Im Jahr 2023 hat sich der Trend der erweiterten Nutzung von Ferienimmobilien fortgesetzt. Neben der abnehmenden Saisonalität sowie umfassenderen Freizeitangeboten werden in vielen Regionen immer mehr private Ferienimmobilien zur temporären oder dauerhaften Vermietung angeboten. Die Möglichkeit zur Renditeerzielung unter freier Preis- und Verfügbarkeitsgestaltung macht die Privatvermietung einer Ferienimmobilie für viele Eigentümer und Eigentümerinnen attraktiv. Die meisten Objekte zur Ferienvermietung werden laut DFV-Studie (2024) zur Zeit in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bayern angeboten.

Rund 78 % der zur Vermietung angebotenen Objekte sind Ferienwohnungen, während Ferienhäuser überwiegend noch der Eigennutzung dienen. „Wer dauerhaft eine Wohnung als Ferienwohnung vermieten will, sollte vorher unbedingt wichtige Aspekte klären, wie lokale gesetzliche Vorschriften, behördliche Genehmigungen oder organisatorische Aufgaben. Bei der privaten Ferienvermietung ist es darüber hinaus ratsam, eine Online-Buchung anzubieten, um eine direkte und einfache Buchung zu ermöglichen – das erhöht die Auslastungsquote, gerade beim jüngeren Publikum”, schließt Zalewski.  (ml)