Wärmepumpe als Investition: Wann lohnt sich die moderne Heiztechnik für Immobilienbesitzer?

06.10.2026

Foto: © Jakub Żerdzicki - Unsplash

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Die Sorge, Wärmepumpen arbeiteten nur im Neubau effizient, hält sich hartnäckig, ein mehrjähriger Feldtest in Bestandsgebäuden zeichnet allerdings ein ganz anderes Bild. Die untersuchten Anlagen in Häusern mit Baujahren zwischen 1826 und 2001 erreichten Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 5,4, wobei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel auf 3,4 kamen. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forschenden nicht, entscheidend ist vielmehr die Vorlauftemperatur.

Ausreichend große Heizkörper lassen sich dabei mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Fußbodenheizung, weshalb es oft schon genügt, einzelne Heizkörper auszutauschen.

Tipp:

Eine fachgerechte Heizlastberechnung schützt vor überdimensionierten Geräten, denn im Feldtest fiel ein Teil der Anlagen als zu groß für den tatsächlichen Verbrauch auf, was die Effizienz unnötig schmälert.

Was bedeuten Heizungsgesetz und CO2-Preis für die Entscheidung?

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, dessen erste Regelungen seit dem 29. Juli 2026 gelten, entfällt die Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen. Neue Gas- und Ölheizungen sind damit zwar wieder zulässig, müssen über die sogenannte Bio-Treppe allerdings schrittweise klimafreundliche Brennstoffe beimischen, beginnend mit 10 Prozent ab 2029 bis hin zu 60 Prozent ab 2040. Wie teuer diese Beimischung für Verbraucher am Ende wird, lässt sich heute kaum abschätzen.

Hinzu kommt der CO2-Preis, der 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne liegt und auch 2027 eingefroren bleiben soll, wobei der entsprechende Gesetzentwurf derzeit noch im Bundestag liegt. Ab 2028 bildet sich der Preis dann im europäischen Emissionshandel frei am Markt, für eine Heizung mit zwanzig Jahren Laufzeit oder mehr bleibt das also ein schwer kalkulierbares Kostenrisiko.

Was gilt für Vermieter?

Vermieter erhalten lediglich die Grundförderung von 30 Prozent, da die Boni Selbstnutzern vorbehalten sind. Zudem tragen sie je nach CO2-Ausstoß des Gebäudes einen Teil des CO2-Preises, der mit einer Wärmepumpe weitgehend entfällt. Auch beim Werterhalt zeigen sich zwischen effizienten und unsanierten Objekten bereits heute große Unterschiede bei den Verkaufspreisen.

Für wen rechnet sich die Wärmepumpe als Investition?

Unter den aktuellen Bedingungen spricht für viele Selbstnutzer durchaus einiges für den Umstieg. Besonders günstig fällt die Rechnung aus, wenn eine alte Öl- oder Gasheizung ohnehin ersetzt werden muss, das Haus mit moderaten Vorlauftemperaturen auskommt und der Förderantrag noch vor Februar 2027 gestellt wird, wobei eine eigene Photovoltaikanlage die Bilanz zusätzlich verbessert. Weniger eindeutig ist die Lage hingegen bei schlecht gedämmten Gebäuden mit hohem Wärmebedarf, hier empfiehlt sich vorab eine unabhängige Energieberatung. Auf lange Sicht zahlt sich der Wechsel schließlich auch beim Immobilienwert aus, denn Energieeffizienz wirkt als Werttreiber und dürfte mit steigenden CO2-Kosten weiter an Gewicht gewinnen. (fw)