Was Anlegern beim Vermögensaufbau fürs Alter wichtig ist

05.08.2026

Svenja Weith, Consorsbank. Foto: © BNP Paribas

Die Bereitschaft zur Eigenregie beim Vermögensaufbau wächst spürbar, doch das Verlangen nach finanzieller Planbarkeit bleibt eine feste Konstante in der deutschen Sparmentalität. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Consorsbank zeigt: Flexibilität und Sicherheitsbedürfnis müssen keine Gegensätze sein. Vielmehr definieren die befragten Bürgerinnen und Bürger das Verhältnis zwischen persönlicher Kontrolle und verlässlichen Strukturen völlig neu.

Aus der Befragung ergeben sich fünf wesentliche Aspekte, auf die es den Menschen beim Sparen – auch mit Blick auf die persönliche Altersvorsorge – ankommt. Dabei zeichnet sich deutlich ab, wie moderne Vorsorgekonzepte gestaltet sein müssen, um Akzeptanz zu finden.

1. Hohes Vertrauen in die eigene Finanzkompetenz unter aktiven Sparern

Die Befragten der Studie sind affin für Onlinebanking und besitzen entweder einen Riester-Vertrag oder besparen aktiv gemanagte Fonds bzw. ETFs. In dieser Gruppe besteht ein besonders stark ausgeprägtes Vertrauen in die eigene finanzielle Gestaltungsfähigkeit. Stolze 59 Prozent der Teilnehmenden bevorzugen es, die Auswahl und Anpassung ihrer Wertpapiere eigenständig in die Hand zu nehmen. Diese hohe Bereitschaft zur Selbstverwaltung spiegelt sich auch in der Nutzung der Anlageinstrumente wider: So besitzen 74 Prozent der Befragten einen ETF-Sparplan und 61 Prozent setzen auf Fonds. Es zeigt sich somit deutlich, dass moderne Sparer die Hebel der eigenen Altersvorsorge am liebsten selbst steuern, anstatt sich komplett auf standardisierte Vorsorgekonzepte zu verlassen.

2. Menschliche Beratung als Fundament für Autonomie

Der Trend zur Autonomie bedeutet keineswegs den Abschied von professioneller Unterstützung. Gerade in der entscheidenden Phase der Einrichtung fordern 54 Prozent der Menschen ein persönliches Gespräch mit einer festen Beratungsperson. Digitale Kanäle wie die Video-Beratung mit 14 Prozent oder telefonische Rücksprachen mit 13 Prozent folgen mit deutlichem Abstand. Vertrauen wird demnach weiterhin durch direkte menschliche Interaktion aufgebaut. Erst wenn das Fundament im Dialog geklärt wurde, wechselt die Mehrheit in den Modus der eigenständigen Depotverwaltung.

3. Kostentransparenz toppt Angst vor Marktschwankungen

Der Blick auf neue, kapitalmarktbasierte Modelle wie das Altersvorsorgedepot offenbart ein klares Bild der realen Vorbehalte. Überraschenderweise dominiert an dieser Stelle nicht die Furcht vor temporären Kursverlusten oder einer mangelhaften Performance an den Börsen. Vielmehr treibt 46 Prozent der Teilnehmenden die konkrete Sorge vor unerwartet hohen Kosten durch administrative Gebühren um. Demgegenüber fällt die Angst vor realen Geldverlusten oder einer unzureichenden Rendite mit 33 Prozent deutlich geringer aus. Kostentransparenz erweist sich somit als ein wichtiger Schlüssel für das Vertrauen in innovative Vorsorgeprodukte.

4. Lebenslange Absicherung bleibt die bevorzugte Basis

Die Flexibilität während der Ansparphase ist eng mit dem Wunsch nach Planbarkeit im Alter verknüpft. Bei der Ausgestaltung der späteren Auszahlungsphase präferieren 66 Prozent eine strukturierte, lebenslange monatliche Rente ab dem offiziellen Eintritt in den Ruhestand. Lediglich ein Drittel entscheidet sich für eine zeitlich begrenzte Auszahlung des Kapitals bis zum vollendeten 85. Lebensjahr. Der Schutz vor finanziellen Risiken im hohen Alter besitzt somit ein extrem hohes Gewicht, selbst bei Personen mit einer ansonsten ausgeprägten Affinität zu den Kapitalmärkten.

5. Flüssige Mittel zum Ruhestand anstelle starrer Korsette

Zusätzliche Dynamik kommt durch den Wunsch nach gezieltem Kapitalzugriff ins Spiel. Eine überwältigende Mehrheit von 76 Prozent der Befragten plant, die Option einer Teilkapitalisierung in Höhe von bis zu 30 Prozent des gesamten Ersparten direkt zu Rentenbeginn zu nutzen. Diese Möglichkeit bietet den Menschen die nötige Freiheit, um größere Anschaffungen zu tätigen oder Verbindlichkeiten pünktlich zum Ruhestand abzulösen. Das starre Korsett traditioneller Rentenmodelle wird damit durch eine zeitgemäße Kombination aus fortlaufender Absicherung und finanzieller Flexibilität abgelöst.

Die Consorsbank setzt bei modernen Vorsorgekonzepten auf ein Modell, das Eigenständigkeit ermöglicht. Zu diesem Zweck wird der Fokus auf langfristige Investments in ETFs gelegt anstelle starrer Garantien, die häufig Renditechancen begrenzen. Gleichzeitig schafft die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot einen strukturellen Rahmen, der Marktrisiken abfedern kann und so die Planbarkeit im Sinne der Sparer unterstützt. Damit greifen Flexibilität und Sicherheitsbedürfnis wirksam ineinander.

„Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass moderne Sparer Flexibilität bei der Anlage suchen, ohne dabei auf den Schutz verlässlicher Strukturen zu verzichten“, erklärt Svenja Weith, Head of Brokerage bei der Consorsbank. „Transparente Kostenmodelle und eine verlässliche Absicherung im Alter sind das Fundament, auf dem die Akzeptanz neuer Vorsorgeformen steht.“ (mho)