Biotechnologie – wie Big Data und KI helfen
30.09.2026

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Noch liegt keine Zulassung vor, noch gibt es kein Medikament, aber allein die Meldung über eine erfolgreiche Studie mit dem potenziellen Krebsimpfstoff Intismeran Autogene sorgte im August für einen Kurssprung an der Börse – und das nicht nur bei den Unternehmen, die an der Entwicklung beteiligt sind, sondern bei zahlreichen in der Krebsimpfstoffforschung aktiven Konzernen. Das zeigt, wie groß das Potenzial sein dürfte, das der Krebsimpfstoffforschung zugetraut wird. Sie dürfte das „nächste große Ding“ in der Biotechnologie sein.
Dabei gibt es gerade in der Biotechnologie mehrere „große Dinge“, um mal in diesem Jargon zu bleiben. Das hat damit zu tun, dass in der Biotechnologie derzeit einige Forschungstrends kumulieren, deren Zusammentreffen so kaum in einer anderen Branche zu finden ist. Da ist zum einen schlichtweg der medizinische Fortschritt, der den Wissenschaftlern ein besseres und tieferes Verständnis vom Geschehen im menschlichen Körper verleiht. Flankiert wird dieses wachsende Wissen vom technologischen Fortschritt. Big Data, also das Erfassen riesiger Datenmenge, und die Künstliche Intelligenz kommen auch in der Medizin zum Einsatz. Sie helfen, ja sie ermöglichen überhaupt erst einen Überblick über das Zusammenspiel der Vorgänge im menschlichen Körper zu bekommen.
Wenn 30 Billionen Zellen in Bewegung geraten, sich erneuern und sterben, und dabei Informationen austauschen, sind Big Data und KI mehr als nur eine große Hilfe. Und weil das so ist, können Forscher auf einmal das Entstehen von Krankheiten nachvollziehen, was so zuvor nicht möglich war. Krebs ist so eine Erkrankung, wobei Krebs ja ohnehin nur eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl an Tumorerkrankungen ist, von denen es über 200 Varianten gibt. Der eingangs erwähnte potenzielle Krebsimpfstoff Intismeran Autogene ist zur Behandlung des schwarzen Hautkrebses gedacht, und das auch nur in Kombinationen mit anderen Medikamenten und das auch nur quasi zur Nachbehandlung.
Knalleffekt für die Biotechnologie
Auch wenn diese Einschränkungen gesetzt werden müssen, und wir noch weit von einem „Allround-Krebsimpfstoff“, der als Vorsorgeschutz gegen alle Tumorerkrankungen eingesetzt werden kann, entfernt sind, wenn es denn überhaupt jemals so weit kommt, ist die Neuentwicklung dennoch bemerkenswert. Grundlage des neuen potenziellen Medikaments ist nämlich die mRNA-Technologie, die die Entwicklung von Impfstoffen erheblich vereinfacht hat. mRNA-Impfstoffe enthalten gegenüber traditionellen Impfstoffen keine fertigen Antigene oder abgeschwächten Erreger, sondern lediglich den genetischen Bauplan für ein einzelnes Protein des Erregers. Das vereinfacht und beschleunigt die Entwicklung. Dieser Fortschritt in Kombination mit Big Data und KI ergibt den eigentlichen Knalleffekt für die Biotechnologie. Experten aus der Medizin- und Biotechbranche rechnen in den kommenden Jahren mit einer Flut an neuen Medikamenten gegen Krankheiten, die bis dato als unheilbar gelten.
Anleger, die das verstanden haben, verstehen nicht nur den Kurssprung bei Aktien von Unternehmen aus der Krebsimpfstoffforschung im August, sondern auch das Potenzial der Biotechnologiebranche Aktienmarkt insgesamt. Ein Umstand, der gerade in schwankungsstarken Zeiten gerne in Vergessenheit gerät. Da heißt es Überblick und Nerven bewahren.

Marktkommentar von Dr. Markus C. Zschaber, Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln.

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