Briten verbieten Courtage und Provision
07.02.2013

© Edyta Pawlowska - Fotolia.com
Seit Jahresbeginn 2013 sind In Großbritannien Provisions- oder Courtagezahlungen der Produktanbieter an Finanzberater und Makler verboten. Die britische Finanzmarktrichtlinie "Retail Distribution Review“ ist 2013 in Kraft getreten.
(fw/db) Mit der "Retail Distribution Review" (RDR) hat die britische Finanzaufsicht Financial Services Authority (FSA) ihre vor mehr als 20 Jahren begonnene Regulierung des Finanzmarktes die Spitze aufgesetzt. Verträge für Versicherungs- und Investmentprodukte dürfen seit dem Jahreswechsel nur auf Basis einer vom Kunden zu zahlenden Beratung zustande kommen.
"Die Entwicklungen im britischen Maklermarkt sind auch für deutsche Vermittler von großer Bedeutung", warnt Sven Enger, Chef des Finanzdienstleisters Standard Life Deutschland.
"Der Druck in Richtung Provisionsabgabeverbot werde in den kommenden Jahren auf europäischer Ebene weiter zunehmen. In den Niederlanden, Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden gehören Provisionen schon der Vergangenheit an", so Enger weiter.
"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland der Versicherungs- und Maklermarkt stärker reguliert werden. Vermittler sollten nicht abwarten, sondern sich bereits jetzt auf die anstehenden Veränderungen aktiv vorbereiten und sich professioneller aufstellen. Nur so werden die neuen regulatorischen Anforderungen zu bewältigen sein", empfiehlt Enger.
Strikte Regulierung führt zu Marktbereinigung und Konzentration
Die strikte Regulierung hat auf dem britischen Markt zu einer Konzentration im Maklermarkt geführt. 1987 gab es noch 185.000 abhängige Vermittler im Königreich, die Zahl ist 20 Jahre später auf 15.000 geschrumpft. Mehr als neun von zehn Maklern wurden aus dem Markt gedrängt.
Parallel zur Reduzierung der Zahl der Makler um über 90 Prozent spielen abhängige Vermittler in Großbritannien nahezu keine Rolle mehr. Die Anzahl der unabhängigen Finanzberater ist von 1987 bis 2007 von 25.000 auf 45.000 gestiegen. Allerdings rechnen Experten damit, dass RDR die Anzahl unabhängiger Berater um über 20 Prozent schrumpfen lassen werde. Die britische Finanzaufsicht schätzt, dass von den derzeit 37.000 unabhängigen Finanzberatern nach Implementierung von RDR nur noch etwa 30.000 übrig bleiben werden.
Dietmar Braun, Redakteur finanzwelt

Nähe schlägt Reichweite







