BVK mahnt umfassende Reform der Altersvorsorge an

21.05.2026

Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) / Foto: © Christian Daitche

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) bewertet die heute bekanntgewordenen Empfehlungen der Rentenkommission der Bundesregierung als wichtigen Schritt zur langfristigen Stabilisierung der Alterssicherung in Deutschland. Aus Sicht des BVK sollte eine nachhaltige Stabilisierung der ersten Säule Folgendes beinhalten: Den Abbau von Frühverrentungsanreizen, eine moderat steigende Lebensarbeitszeit im Einklang mit der Lebenserwartung, eine auf Inflationsausgleich beschränkte Rentenanpassung sowie versicherungsmathematisch realistische Zu- und Abschläge beim Renteneintritt. Gleichzeitig plädiert der BVK für eine Stärkung der kapitalgedeckten zweiten und dritten Säule als unverzichtbare Ergänzung zur gesetzlichen Rente.

„Eine nachhaltige Altersvorsorgepolitik muss strukturelle und langfristig tragfähige Antworten liefern“, sagt BVK-Präsident Michael. H. Heinz. „Dazu gehört insbesondere die konsequente Stärkung kapitalgedeckter Vorsorgeformen und der betrieblichen Rente.“

Der BVK legte bereits am 11. Mai im Rahmen seines Positionspapiers zur Altersvorsorgepolitik gegenüber der Alterssicherungskommission zentrale Reformforderungen vor. Darin begrüßt der Verband zwar die Stärkung der privaten Altersvorsorge wie sie am 27.3.2026 vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde, moniert aber die Einrichtung eines Staatsfonds und Möglichkeiten des beratungslosen Abschlusses von Vorsorgeprodukten. Außerdem fordert der BVK, die betriebliche Altersvorsorge stärker auszubauen, durch eine gezieltere Förderung von Geringverdienern, eine teilweise Enthaftung von Arbeitgebern und eine vollständige Abschaffung der Doppelverbeitragung in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Der BVK betont die Notwendigkeit, kapitalgedeckte Elemente konsequent auszubauen. „Die gesetzliche Rente allein wird künftig nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern“, so BVK-Präsident Heinz „Es braucht eine stärkere Verzahnung aller drei Säulen – mit einem klaren Bekenntnis zur kapitalgedeckten Vorsorge. Nur ein ausgewogener Mix aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge kann die Herausforderung der demografischen Überalterung bewältigen und den Menschen in Deutschland eine sichere Altersversorgung gewährleisten.“ (mho)

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