Cass Business School: „Banken müssen Geschäftsmodell überdenken“
28.02.2013

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Die vom Europäischen Parlament beschlossene Beschränkung der Banker-Boni wird aus Sicht von Andre Spicer, Professor für Organisational Behaviour an der Londoner Wirtschaftshochschule Cass Business School, dazu führen, dass Banken ihr gesamtes Geschäftsmodell überdenken müssen.
(fw/an) „Die neuen EU-Beschränkungen für Bonuszahlungen in Banken werden ein Umdenken in Banken über die Art und Weise hervorrufen, wie sie künftig ihre Spitzenkräfte motivieren. Lange Zeit haben die Banken auf hohe Bonuszahlungen gesetzt, um Spitzenkräfte zu rekrutieren", so Spicer in einem Kommentar. „Die Entscheidung könnte sich durchaus positiv auf Banken auswirken. Viele Studien belegen, dass hohe Bonuszahlungen kein optimales Mittel sind, um komplexe Aufgaben zu belohnen. Hohe, kurzfristige Belohnungen können Mitarbeiter sogar dazu bringen, schlechter zu arbeiten." Die Begrenzung der Boni könnte laut Spicer somit sogar mehr Effektivität hervorrufen.
Anstatt einmaliger Zahlungen könnten aus Sicht des Professors alternative Modelle langfristige Anreize über fünf bis zehn Jahre beinhalten, die mit der Leistung des Arbeitnehmers verknüpft sind. „Diese sollten auch ‚weiche' Anreize berücksichtigen, wie bessere Arbeitszeiten, eine bessere Arbeitsumgebung sowie mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung", so Spicer. „Am Ende wären Banker nicht mehr 364 Tage im Jahr gestresst und nur einen Tag zufrieden, weil ihr Bonus ausgezahlt wurde." Dies würde nach Ansicht des Professors gleichzeitig dazu führen, dass Banken für eine größere Anzahl von Arbeitnehmern einen interessanten Arbeitgeber darstellten würden.
Die der City University London angeschlossene Cass Business School ist eine Londoner Wirtschaftshochschule, die nach eigenen Angaben eine der größten Fakultäten für Finanz- und Versicherungswissenschaften in Europa unterhält.

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