„Der Kongress ist für viele ein fester Orientierungspunkt im Jahr“
13.04.2026

Klaus Wolfermann, Vorstandsvorsitzender, Verband für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Sachwertanbieter (VKS). Foto: © VKS
Der VKS Sachwert Kongress 2026 rückt näher und gilt für viele Finanzberater als wichtiger Gradmesser für Markttrends und Vertriebsstrategien. Im Interview erklärt Klaus Wolfermann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Sachwertanbieter (VKS), welche Rolle der Kongress für den Finanzvertrieb hat und welche Themen den Markt aktuell prägen.
Zudem gibt er Einblicke in Programminhalte und den besonderen Mehrwert des Austauschs vor Ort.
Herr Wolfermann, der VKS Sachwert Kongress 2026 steht vor der Tür. Welche Bedeutung hat die Veranstaltung für den Finanzvertrieb?
Klaus Wolfermann: Der VKS Sachwert Kongress ist für viele Teilnehmer mittlerweile ein fester Orientierungspunkt im Jahr geworden. Wir sehen aktuell einen Markt, der sich deutlich verändert – regulatorisch, wirtschaftlich und auch auf Produktebene. In so einer Phase ist es wichtig, die Entwicklungen richtig einzuordnen und daraus die richtigen Schlüsse für das eigene Geschäft zu ziehen. Genau dafür haben wir den Kongress konzipiert. Die Teilnehmer bekommen innerhalb von zwei Tagen einen sehr klaren Überblick darüber, welche Themen tatsächlich relevant sind, welche Produkte funktionieren und wo sich konkrete Chancen ergeben. Und mindestens genauso wichtig: Sie kommen direkt mit den relevanten Marktteilnehmern ins Gespräch. Viele sagen im Nachgang ganz offen, dass genau dieser Austausch für sie den größten Mehrwert darstellt – weil man Dinge hinterfragen, einordnen und direkt auf die eigene Praxis übertragen kann.
Welche Themen stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt?
Wolfermann: Wir haben die Inhalte sehr bewusst entlang der aktuellen Marktrealität aufgebaut. Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung von AIF-Strukturen, insbesondere im Kontext ELTIF, weil das unmittelbare Auswirkungen auf die Produktlandschaft und den Vertrieb hat. Daneben spielt der Immobilienmarkt eine große Rolle – allerdings nicht pauschal, sondern differenziert. Es geht darum zu verstehen, wo sich aktuell Chancen ergeben und wo man genauer hinschauen muss. Private Equity gewinnt im Privatkundensegment ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig steigen hier die Anforderungen an die Beratung. Und wir haben bewusst auch Themen wie Maklerschutz und regulatorische Entwicklungen aufgenommen. Das sind genau die Punkte, die im Alltag darüber entscheiden, ob Geschäft langfristig sauber und erfolgreich läuft. Unser Anspruch ist dabei klar: Jeder Programmpunkt soll für den Teilnehmer eine konkrete Relevanz haben.
Die politische und wirtschaftliche Lage scheint auch für Sachwerte relevant zu sein. Welche Rolle spielt dabei die angekündigte Rentenreform?
Wolfermann: Die Rentenreform ist aus meiner Sicht nur ein Teilaspekt. Entscheidend ist, dass sich die Gespräche mit den Kunden verändern. Es geht heute deutlich stärker um das Gesamtvermögen – um Erträge, Struktur und sinnvolle Streuung. Viele klassische Anlageformen liefern nicht mehr automatisch die Ergebnisse, die erwartet werden. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass man breiter denken muss. Und genau hier spielen Sachwerte eine wichtige Rolle. Sie können laufende Erträge liefern und bringen eine andere Struktur ins Portfolio. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung – zur Stabilisierung und Diversifikation. Für den Berater bedeutet das: Die Gespräche werden strategischer. Es geht weniger um Einzelprodukte und mehr um die Frage, wie ein Portfolio insgesamt aufgebaut sein sollte. Und aus meiner Sicht sind Berater gut beraten, diesen Weg konsequent zu gehen. Was wir auf dem Kongress sehen, ist genau dieser Austausch: Wie setzen andere Berater das konkret um? Welche Ansätze funktionieren im Gespräch? Und wo ergeben sich zusätzliche Ertragspotenziale? Das ist in der Praxis sehr wertvoll, weil man nicht nur Inhalte mitnimmt, sondern auch Sicherheit für die eigene Beratung gewinnt.
Neben klassischen Fachthemen gibt es auch ungewöhnliche Vorträge, zum Beispiel von Fußball-Schiedsrichter Deniz Aytekin. Warum?
Wolfermann: Weil Beratung in der Praxis mehr ist als Fachwissen. Es geht um Entscheidungen, oft unter Druck, um Kommunikation und um das richtige Auftreten in anspruchsvollen Situationen. Deniz Aytekin bringt genau diese Perspektive mit. Er muss in Sekunden Entscheidungen treffen und diese gleichzeitig vermitteln – das ist durchaus vergleichbar mit vielen Situationen im Beratungsalltag. Solche Impulse erweitern den Blick und helfen dabei, den eigenen Ansatz zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Geben Sie uns einen kleinen Einblick in das geplante Rahmenprogramm?
Wolfermann: Der Austausch ist ein zentraler Bestandteil des gesamten Kongresses. Im Messeforum haben die Teilnehmer die Möglichkeit, direkt mit Emissionshäusern und Produktanbietern ins Gespräch zu kommen – aus Bereichen wie Immobilien, erneuerbare Energien, Infrastruktur und Private Equity. Das sind sehr konkrete Gespräche, oft mit direktem Bezug zur eigenen Beratungspraxis. Ein fester Bestandteil ist auch das gemeinsame Barbecue am Abend des ersten Tages. Das schafft eine offene Atmosphäre, in der sich Gespräche vertiefen und Kontakte entstehen. Viele Teilnehmer berichten im Nachgang, dass genau diese Gespräche für sie besonders wertvoll waren. Der Kongress richtet sich an Berater, die ihr Geschäft im Sachwertbereich aktiv weiterentwickeln wollen. Die Kombination aus fachlichen Inhalten und direktem Austausch macht für viele den Unterschied. Die Nachfrage ist erfahrungsgemäß hoch, viele Plätze sind früh vergeben. Am Ende geht es darum, Entwicklungen richtig einzuordnen und daraus die passenden Entscheidungen für das eigene Geschäft abzuleiten – genau dafür sind diese zwei Tage gedacht. (hs)

Der Sachwert im Fokus









