Finanzberater für die Altersvorsorge - wie hoch sind die Kosten?

10.03.2022

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Negativzinsen auf Bankeinlagen, zehnjährige Bundesanleihen mit Negativrendite und überschießende Inflation: Sparen für die Altersvorsorge ist kompliziert geworden. Dabei ist das Zurücklegen eines Notgroschens nötiger denn je, da aufgrund des demografischen Wandels immer weniger Beitragszahler für einen Rentenempfänger aufkommen. Was also tun mit dem angesparten Geld? Sind Finanzberater die Lösung und wie viel kosten diese?

Bei einem Finanzberater handelt es sich um einen Experten auf dem Gebiet der Kapitalanlage, der Ratsuchenden dabei hilft, das passende Finanzprodukt zu finden. Dieses steht dabei im Einklang mit den Zielen des Anlegers. Ist dieser beispielsweise auf der Suche nach einer ertragreichen Geldanlage zur Sicherung der Altersvorsorge, bietet ein Finanzberater nachfolgende Dienste an:

  • Beratung hinsichtlich des passenden Produkts für die private Altersvorsorge
  • Auswahl einer ertragreichen Kapitalanlageform
  • Auswahl einer geeigneten Bank beziehungsweise eines passenden Finanzinstituts

Wie hoch sind die wirklichen Kosten?

Wer sich mit Finanzprodukten am Kapitalmarkt beschäftigt, stößt unweigerlich auf die Frage nach den Kosten für Finanzberater in Städten wie Aachen, Düsseldorf, Köln und Co. Insbesondere deren Höhe ist für etliche Anleger von besonderer Bedeutung. Generell gilt, dass sich nicht pauschal sagen lässt, wie viel eine Finanzberatung kostet. Die Aufwendungen hängen von einer Vielzahl an unterschiedlichen Faktoren ab und bewegen sich meist im Rahmen von 100 bis 250 EUR die Stunde.

Fest steht auch, dass es keine kostenlose Finanzberatung gibt. Selbst vermeintlich gut gemeinte Ratschläge der Hausbank sind nicht zwangsläufig neutral. Hinsichtlich der Anlageberatung sind die Bankangestellten provisionsgetrieben. Angeboten wird demnach nicht, was der Kunde wirklich benötigt, sondern das Produkt, welches die höchste Provision einbringt.

Davon zu unterscheiden ist die Provisionsberatung eines Finanzberaters. Dieser rechnet die erbrachten Leistungen grundsätzlich anhand von zwei gängigen Vergütungsmodellen ab. Die Verrechnung erfolgt dabei auf:

  • Provisionsbasis
  • Honorarbasis

Finanzberater auf Provisionsbasis oder Honorarbasis?

Provisionszahlungen für Finanzberater sind noch immer gängig. Geworben wird oft mit einer kostenlosen Konsultation. Dies mag stimmen, da der Kunde zunächst nichts für das Beratungsgespräch zahlt. Der Berater hingegen erhält eine Vergütung von dem Kreditinstitut oder der Versicherungsgesellschaft, deren Finanzprodukte er veräußert. Dies hat mehrere Haken: Anleger bekomme nicht das passende Modell, sondern die Geldanlage, die dem Finanzberater am meisten Provision einbringt

Die Anbieter der Kapitalmarktprodukte kalkulieren die zu zahlende Provision in den Produktpreis mit ein. So zahlen letztendlich die Ratsuchenden die Beratung.

Beispiel:

Bei einer Kapitallebensversicherung für die Altersvorsorge erhält der Vermittler für gewöhnlich 3 bis 5 % der Beitragssumme an Provision. Wer über 30 Jahre monatlich 100 EUR einzahlt, leistet für die Beratung somit 1080 bis 1800 EUR. Bei einer Honorarberatung ist bereits zu Beginn ersichtlich, dass diese der Anleger bezahlt. Die Abrechnung erfolgt auf Stundenbasis. Dies hat den Vorteil, dass der Berater ausschließlich im Interesse der Ratsuchenden agiert. Interessenskonflikte sind ausgeschlossen. Die Annahme von Provisionen ist untersagt.

Da die Gebühren für eine Honorarberatung nicht gesetzlich definiert sind, bewegen sich die Kosten im Rahmen von 100 bis 250 EUR pro Stunde. Im Mittelwert sind es 150 EUR die Stunde. Bei einer umfangreichen Anlageberatung entstehen somit Aufwendungen im vierstelligen Bereich. Für eine Honorarberatung werden im Schnitt 150 EUR pro Stunde fällig. Im Gegenzug wird der Anleger unabhängig und transparent über seine Möglichkeiten informiert. Demgegenüber ist die reine Provisionsberatung kostenfrei. Allerdings zahlen Ratsuchende über Umwege die Provision, die der Vermittler erhält.