Fondsmanager setzen auf Bestandsimmobilien und Senior Loans

07.12.2023

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Wüest Partner hat zum 2.Mal nach 2021 eine umfassende Marktstudie zur Anlageklasse „Real Estate Private Debt“ veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie sollen zur Transparenz auf dem Markt von Real Estate Private Debt beitragen und der Zielgruppe aus Fondsmanagern und Investoren Informationen für fundierte Entscheidungen auf diesem Wachstumsmarkt liefern.

Die Erhebung fördert klare Prioritäten der Teilnehmer zutage. Senior Loans (61,4 %) und Whole Loans (26,5 %), die im Vergleich zu anderen Finanzierungsarten als eher risikoarme Anlagen gelten, dominieren. Mit weitem Abstand folgen Mezzanine- (9,3 %) und reine Junior Loan-Finanzierungen (2,3 %), deren Rang bei Finanzierungsstrukturen mit deutlich höheren Risiken verbunden ist.

Die Marktstudie umfasst Daten zu 157 historischen und aktiven Real Estate Debt Fonds, von denen 55 derzeit investierbar sind.  Es sind Informationen zum Geschäftsfeld Real Estate Private Debt von 32 Fondsmanagern, die über alle Assetklassen ein Vermögen von knapp 9,7 Bill. Euro verwalten.

Der Schwerpunkt in Bezug auf die Zielmärkte der Fonds liegt in den USA mit 65,4 % und Großbritannien mit gut 19 % der insgesamt erfassten Loan Portfolios. Der Anteil deutscher Finanzierungen am Gesamtvolumen beläuft sich auf 5,6 %. Der hohe Anteil der USA und Großbritanniens erklärt sich vor allem damit, dass diese Volkswirtschaften groß sind und ebenso liquide und transparente Immobilienmärkte haben.

Sowohl in den USA als auch in Europa liegt der Investitionsschwerpunkt der Real Estate Private Debt Funds auf den Nutzungsarten Büro und Multi-Family. Deutlich dahinter folgen Finanzierungen von Logistikimmobilien. Generell bevorzugen die Fondsmanager Bestandsimmobilien. Auf sie entfallen mehr als 70 % des Finanzierungsvolumens. Die in der Regel mit deutlich höheren Risiken verbundenen Projektentwicklungen stellen nur rund 13 % des Volumens. Knapp 17 % der Finanzierungen stecken in Sanierungsobjekten. Auffällig: Während in Europa eher Projektentwicklungen finanziert werden (gut 19 %), bevorzugen die Manager in den USA Sanierungen (gut 21 %).

Ein nennenswerter Unterschied

Die Studie verdeutlicht außerdem, dass der Großteil der Finanzierungen in Ankäufe fließt. Hierauf entfallen mehr als 50 % des Volumens. Bei 32 % geht es um die Refinanzierung von Immobilien und gut 13 % entfallen auf Baukredite. In Zwischenfinanzierungen stecken 4,6 %. Ein nennenswerter Unterschied zwischen Real Estate Debt Funds in den USA und Europa zeigt sich hinsichtlich der Relevanz der EU-Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzprodukte (Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR)). Während von den 38 aktiven Europafonds immerhin 32 eine SFDR-Klassifizierung (Artikel 6- und Artikel 8-Fonds) aufweisen, befindet sich unter den elf aktiven US-Real Estate Debt Fonds kein einziger, der sich mit einer SFDR-Klassifizierung an der EU-Taxonomie orientiert.

Stefan Stute, Managing Director und Head of Investment Consulting bei Wüest Partner Deutschland, dazu: „Wir sind seit drei Jahren im Bereich Investment Consulting tätig und beraten und unterstützen institutionelle Investoren bei der strategischen Planung und Umsetzung ihres Immobilien-anlageportfolios. Mit den Assetklassen Real Estate Private Equity, Real Estate Private Debt und Real Estate Securities verfolgen wir dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalinvestments berücksichtigt. Unsere Kunden profitieren von unserer langjährigen und vielseitigen Immobilienkompetenz - und natürlich von unseren proprietären Marktdaten.“ (ml)