IVFP-Befragung zum AV-Depot

13.08.2026

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Der Markt für die neue geförderte private Altersvorsorge nimmt konkrete Formen an. Doch wie positionieren sich die Anbieter? In einer aktuellen Anbieterbefragung mit 50 teilnehmenden Unternehmen hat das IVFP untersucht, wie sich die Anbieter auf die Reform vorbereiten und welche Produktstrategien für das neue Altersvorsorgedepot geplant sind.

Das IVFP hat mehr als 200 potenzielle Anbieter von Altersvorsorgedepotlösungen angeschrieben. Die Nettostichprobe umfasst 50 Unternehmen. Darunter befinden sich 32 Lebensversicherer, elf Fondsgesellschaften / Asset Manager, fünf Neobroker oder Digitalplattformen sowie zwei Kreditinstitute.

Die strategische Bedeutung ist über die Anbieter hinweg hoch: 76 Prozent der antwortenden Unternehmen bezeichnen die Altersvorsorge als zentrales Wachstumsfeld, weitere 22 Prozent als wichtiges Ergänzungsfeld. Damit messen 98 Prozent dem Geschäftsfeld eine zentrale oder zumindest wichtige Bedeutung bei. „Die hohe strategische Bedeutung zeigt, dass sich der Markt nicht nur punktuell auf die Reform vorbereitet. Das Altersvorsorgedepot ist für nahezu alle befragten Unternehmen Teil ihrer künftigen Wachstums- oder Produktstrategie“, so Prof. Michael Hauer, IVFP-Geschäftsführer.

Insgesamt wollen 36 der 50 befragten Unternehmen mindestens ein Produkt für die geförderte private Altersvorsorge nach § 1 AltZertG-NEU anbieten. Bei den Lebensversicherern liegt der Anteil bei 75 Prozent. Auch unter Kreditinstituten, Fondsgesellschaften, Asset Managern sowie Neobrokern und Plattformanbietern planen 12 von 18 Unternehmen. „Das AV-Depot wird nicht allein von Banken oder Neobrokern geprägt. Gerade die hohe Angebotsbereitschaft der Lebensversicherer macht deutlich, dass sich ein breiter Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Anbietergruppen entwickelt“, so Dr. Andreas Kick, ebenfalls Geschäftsführer des IVFP.

Unter den 36 Unternehmen mit konkreter Angebotsabsicht setzen 25 Prozent beim Standardprodukt auf eine Kooperation, 64 Prozent wollen ein eigenes Standardprodukt auflegen. Da ein Standardprodukt verpflichtend ist, lässt das Antwortbild vermuten, dass noch nicht alle Anbieter abschließend entschieden haben, ob sie es selbst entwickeln oder gemeinsam mit einem Kooperationspartner umsetzen. Darüber hinaus planen über 70 Prozent der Unternehmen ein AV-Depot ohne Garantie. 44 Prozent bereiten ein Garantieprodukt mit 80-prozentiger Garantie vor, ein Fünftel eine Variante mit 100-prozentiger Garantie.

Die Schwerpunkte unterscheiden sich insbesondere bei Kooperations- und Garantieprodukten: Rund 58 Prozent der Kreditinstitute, Fondsanbieter und Neobroker setzen beim Standardprodukt auf eine Kooperation; bei den Lebensversicherern sind es rund 8 Prozent. Ein Garantieprodukt mit 80 Prozent Garantie planen dagegen rund 63 Prozent der anbietenden Lebensversicherer, in den übrigen Segmenten lediglich rund 8 Prozent. „Ein klares Entweder- oder zwischen kapitalmarktorientiertem Depot und Garantieprodukt zeichnet sich nicht ab. Vor allem die Lebensversicherer planen, unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse mit mehreren Produktvarianten abzudecken“, stellt Hauer fest.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Altersvorsorgedepot bereits vor seinem Marktstart in den Produktstrategien zahlreicher Unternehmen fest verankert ist. Dabei zeichnet sich kein einheitliches Produktmodell ab: Kapitalmarktorientierte Depots, Standardprodukte und garantiebasierte Lösungen werden voraussichtlich nebeneinanderstehen. Insbesondere die Lebensversicherer dürften den Markt nicht nur mit Garantieprodukten, sondern vielfach mit mehreren Produktvarianten prägen. Für Verbraucher entsteht damit ein breites Angebot – zugleich steigen die Anforderungen an eine verständliche Vergleichbarkeit und eine bedarfsgerechte Beratung. (mho)

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