Jeder zweite Haushalt im Todesfall ohne zusätzliche Absicherung
14.07.2026

Moritz Schumann, Stellv. Hauptgeschäftsführer, Kompetenzzentrum Lebensversicherung, GDV / Foto: © GDV
Rolle der Risikolebensversicherung
Eine Risikolebensversicherung soll Hinterbliebene im Todesfall finanziell stabilisieren. Sie zahlt eine zuvor vereinbarte Summe aus, mit der laufende Verpflichtungen wie Miete, Hauskredit oder andere Fixkosten weiter finanziert und der Wegfall eines Einkommens zumindest für eine Übergangszeit abgefedert werden können. Versicherungsbedarf besteht dort, wo Menschen finanziell voneinander abhängig sind, etwa in Familien mit Kindern, bei Allein- oder Hauptverdienenden oder bei laufenden Immobilienfinanzierungen.
Versicherungssummen reichen häufig nicht aus
Selbst dort, wo eine Risikolebensversicherung besteht, ist die Absicherung häufig zu niedrig. Als Faustregel gilt, dass die Versicherungssumme etwa drei bis fünf Bruttojahresgehälter zuzüglich offener Kredite umfassen sollte. Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Versicherungssumme pro Vertrag bei rund 121.000 Euro, das durchschnittliche Bruttojahresgehalt betrug dagegen rund 50.000 Euro. Schon ohne bestehende Kredite ergibt sich daraus eine empfohlene Mindestabsicherung von etwa 150.000 Euro; die durchschnittlichen Versicherungssummen liegen seit 25 Jahren durchgängig unter diesem Orientierungswert.
Früh vorsorgen spart Beiträge
Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses hat erheblichen Einfluss auf die Kosten. Bereits ab einem Abschlussalter von etwa 35 Jahren sind die Beiträge ungefähr doppelt so hoch wie mit 25 Jahren. Nach dem 40. Lebensjahr steigen sie besonders stark an. Raucherinnen und Raucher zahlen je nach Alter teilweise mehr als doppelt so hohe Beiträge wie Nichtrauchende. Gerade zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr werden jedoch häufig Familien gegründet oder Immobilien finanziert. Ausgerechnet in dieser Lebensphase besitzt bislang nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Haushalte eine Risikolebensversicherung. (mho)

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