Kaufmarkt auf Erholungskurs

01.07.2026

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Das ImmoScout24 WohnBarometer für das zweite Quartal 2026 zeigt, dass der Kaufmarkt trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten stabil bleibt. Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen setzen ihren Erholungskurs fort: Bestandswohnungen verzeichnen den zweithöchsten Jahrespreisanstieg seit der Zinswende, Neubauwohnungen erreichen wieder das Preisniveau von 2022.

„Der Kaufmarkt zeigt im zweiten Quartal eine klare Stabilisierung. Stabile Bauzinsen stützen die Nachfrage, besonders in den Metropolen und im ländlichen Raum. Gleichzeitig wird deutlich: Werthaltigkeit, Lage und der Zustand einer Immobilie bleiben entscheidend für die Kaufentscheidung“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

Stabile Kaufnachfrage mit Impulsen aus Metropolen und ländlichem Raum

In den acht größten deutschen Metropolen steigt das Suchaufkommen gegenüber dem Vorquartal leicht um 2 Prozent. Im Umland der Metropolen bleibt die Nachfrage mit einem leichten Rückgang von 1 Prozent nahezu stabil. Das Interesse in kreisfreien Städten geht leicht um 2 Prozent zurück. Am dynamischsten zeigt sich erneut der ländliche Raum, wo die Nachfrage im Quartalsvergleich um 3 Prozent zunimmt.

Bestandswohnungen holen Preisrückgänge weiter auf

Die Angebotspreise für Bestandswohnungen steigen deutschlandweit im zweiten Quartal 2026 um 1,0 Prozent auf 2.645 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich liegt das Plus bei 3,9 Prozent und damit beim zweithöchsten Jahresanstieg seit der Zinswende 2022. Damit liegen die Angebotspreise nur noch 4,0 Prozent unter dem bisherigen Höchststand aus dem ersten Quartal 2022.

Unter den acht deutschen Metropolen verzeichnen Hamburg (+0,9 Prozent) und München (+0,7 Prozent) die stärksten Preiszuwächse innerhalb eines Quartals. Mit 5.400 Euro beziehungsweise 8.346 Euro pro Quadratmeter gehören beide Städte bereits zu den teuersten Wohnungsmärkten Deutschlands. Deutlich verhaltener entwickeln sich die Kaufpreise in Berlin und Düsseldorf, wo die Angebotspreise jeweils um 0,3 Prozent steigen. Im Jahresvergleich weist Köln mit +5,2 Prozent die stärkste Preisentwicklung auf. Dahinter folgen Leipzig (+4,7 Prozent) und Berlin (+4,6 Prozent). Stuttgart zeigt mit einem Plus von 0,6 Prozent die geringste Preisdynamik.

Neubauwohnungen: Preise bleiben durchweg stabil

Die Angebotspreise für Neubauwohnungen in Deutschland haben im zweiten Quartal 2026 wieder das Preisniveau vor der Zinswende erreicht. Mit 4.168 Euro pro Quadratmeter liegen sie nahezu auf dem Niveau des dritten Quartals 2022. Die Preisentwicklung ist weniger dynamisch als bei den Bestandswohnungen: Gegenüber dem Vorquartal steigen die Preise um 0,7 Prozent, im Jahresvergleich um 2,3 Prozent.

Die günstigste Metropole Leipzig (5.417 Euro) verzeichnet die stärkste Preisentwicklung innerhalb eines Quartals (+1,2 Prozent). Es folgen Frankfurt am Main (+0,9 Prozent) und Hamburg (+0,8 Prozent), wo die Kaufpreise für Neubauwohnungen nun über 7.000 Euro pro Quadratmeter liegen. In München fällt der Anstieg mit 0,3 Prozent am geringsten aus. Leipzig führt auch im Jahresvergleich die Preisentwicklung mit einem Plus von 5,0 Prozent an. Dahinter folgen Hamburg (+4,0 Prozent) und Köln (+3,4 Prozent). Wie auch im Bestand zeigt Stuttgart eine verhaltene Preisentwicklung im Jahresvergleich (+1,8 Prozent).

Einfamilienhäuser: Bestand entwickelt sich robuster als Neubau

Die Angebotspreise für Bestands-Einfamilienhäuser steigen im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent auf 2.939 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 3,3 Prozent. Neubauhäuser legen im Quartalsvergleich mit 0,9 Prozent zwar etwas stärker zu und erreichen 3.957 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich fällt die Preisentwicklung mit +1,9 Prozent jedoch moderater aus als bei Bestands-Einfamilienhäusern.

Unter den Metropolen zeigt sich ein gemischtes Bild: Bei Bestandshäusern weisen Hamburg (+2,4 Prozent), Leipzig (+1,9 Prozent) und München (+1,7 Prozent) die stärkste Jahrespreisdynamik auf. Bei Neubauhäusern verzeichnet Berlin mit +4,4 Prozent den höchsten Anstieg innerhalb eines Jahres, gefolgt von Hamburg (+2,7 Prozent).

Angebot energetisch schwacher Einfamilienhäuser wächst

Eine Langzeitauswertung von ImmoScout24 zeigt: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist der Angebotsanteil von Einfamilienhäusern mit den Energieeffizienzklassen G und H deutlich gestiegen. In nachfragestarken Regionen entfällt inzwischen fast jedes dritte angebotene Einfamilienhaus auf die beiden niedrigsten Energieeffizienzklassen (32 Prozent). Vor zehn Jahren war es jedes vierte Einfamilienhaus (25 Prozent). In nachfrageschwachen Regionen stieg ihr Angebotsanteil im selben Zeitraum von 32 auf 37 Prozent