KI-Ausgaben für große Technologieunternehmen
13.01.2026

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Die KI-Offensive der großen Technologieunternehmen scheint sich auszuzahlen, da KI in Produkte integriert wird, die die Menschen bereits nutzen, beispielsweise Premium-Funktionen, intelligentere Werbung und managed KI-Services. Dies sieht nach einer Software-Wirtschaft aus, die hohe Margen, Skalierbarkeit und Kundenbindung verspricht. KI treibt auch die Nachfrage nach Cloud-Speicher, Sicherheit und Datenbanken an und sorgt so für eine hohe Auslastung der Rechenzentren. Wenn die Auslastung hoch bleibt und die Rückkäufe anhalten, kann die Eigenkapitalrendite stark bleiben.
Die Investitionsausgaben beschränken sich nicht nur auf Chips, ein Großteil der Ausgaben entfällt auf langlebige Vermögenswerte wie Gebäude und Strom. Chips werden trotz kurzer Zyklen sinnvoll abgeschrieben und für weniger anspruchsvolle Aufgben wiederverwendet. Mehrjahresverträge und Effizienzsteigerungen bei den Modellen tragen dazu bei, die Kosten zu optimieren und die Margen zu steigern.
Zu den Risiken zählen wettbewerbsorientierte Preise, eine schwächere Nachfrage, Energieengpässe, Regulierung oder eine kürzere Lebensdauer der Chips. Was die Finanzierung angeht, so ist das Ökosystem stark vernetzt. Clouds, Chiphersteller und Modulentwickler finanzieren sich oft gegenseitig und kaufen voneinander. Die großen Projekte werden jedoch durch starke interne Cashflows und Investment-Grade-Anleihen abgesichert. Eine höhere Verschuldung findet sich eher am Rande, beispielsweise bei GPU-Leasing-Vehikeln und Nischenanbietern, als in den Bilanzen der großen Technologieunternehmen. Zu den Absicherungsmaßnahmen gehören eine schrittweise Umsetzung, langfristige Verpflichtungen und projektbezogene Finanzierungen. Ältere Hardware kann wiederverwendet oder weiterverkauft werden.
Das systemische Risiko scheint begrenzt zu sein. Der größte Teil der Verschuldung entfällt auf private Kredite und nicht auf das traditionelle Finanzsystem. Sollte die Nachfrage nach KI enttäuschen, würden kleinere Akteure höchstwahrscheinlich zuerst unter Druck geraten, da große Plattformen über umfangreiche, diversifizierte Einnahmequellen und Liquidität verfügen, um Schocks abzufedern.
Als aktiver Investor in Aktien und festverzinsliche Wertpapiere beobachten wir dieses Ökosystem genau auf Anzeichen von Belastungen/Stress in Verträgen, Verlängerungen, GPU-Leasingraten, Chip-Lieferungen, Auslastung/Preisgestaltung, Ausbauplänen, Finanzierung usw.

Marktkommentar von Julian Cook, Portfolio Specialist Aktien bei T. Rowe Price.

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