Koalition erwägt Einschnitte bei Lohnfortzahlung

14.04.2026

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Angesichts steigender Krankentage rückt die Bundesregierung arbeitsmarktpolitische Reformen in den Fokus. Nach aktuellen Zahlen fehlen Arbeitnehmer im Schnitt rund 14,5 Tage pro Jahr, für Kanzler Friedrich Merz (CDU) ein klarer Handlungsauftrag. In internen Gesprächen prüfen Union und SPD nun Maßnahmen, um die Fehlzeiten zu senken.

Im Zentrum stehen Einschnitte bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wie die Bild-Zeitung berichtet. Diskutiert wird unter anderem eine Verkürzung der bislang geltenden sechswöchigen Zahlungspflicht der Arbeitgeber. Auch im Gespräch ist die Wiedereinführung eines Karenztages sowie die Überlegung, dass Arbeitgeber nur noch einmal im Jahr die Lohnfortzahlung leisten müssen.

Ziel ist es, Unternehmen finanziell zu entlasten und Anreize für kürzere Fehlzeiten zu schaffen. Allerdings sind die Vorschläge politisch umstritten. Innerhalb der Koalition wird betont, dass endgültige Entscheidungen erst im Konsens getroffen werden. Beobachter erwarten konkrete Ergebnisse der Beratungen in den kommenden Tagen.

Vor einiger Zeit hatte auch Allianz-Chef Oliver Bäte eine Debatte um dieses Thema ausgelöst. Am 10. Januar forderte er in einem „Handelsblatt“-Interview, die Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag zu streichen und damit den sogenannten Karenztag wieder einzuführen. Damit würden die Arbeitnehmer die Kosten für den ersten Krankheitstag selbst tragen und die Arbeitgeber dadurch entlastet. (mho)