Kundennutzen in der Lebensversicherung
19.06.2026

Foto: © BaFin
Versicherungsanlageprodukte sollen immer einen angemessenen Kundennutzen bieten, in der Ansparphase und während des Rentenbezugs. Eine Untersuchung der Finanzaufsicht Bafin zeigt: In den vergangenen fünf Jahren hat sich einiges getan – doch die Bafin bleibt aktiv.
Ein wichtiger Indikator für den Kundennutzen von fondsgebundenen und hybriden Versicherungsanlageprodukten (VAP) hat sich verbessert: Ihre Effektivkosten sind im Vergleich zum Jahr 2021 substanziell gesunken. Die Effektivkosten geben an, wie stark die jährliche Rendite eines VAP durch die anfallenden Kosten gemindert wird.
Im teuersten Viertel des Markts sind sie jedoch immer noch hoch. In der Spitze des Markts lagen sie bei einzelnen Produkten bei mehr als drei Prozent. Zudem gab es bei den tendenziell niedrigeren Effektivkosten für klassische Produkte kaum Bewegung, auch das zeigte die Untersuchung der Bafin.
Im vergangenen Jahr hat die Finanzaufsicht bei 54 Lebensversicherern Daten zu den Effektivkosten von VAPs erhoben – und damit an ihre vorherige Abfrage aus dem Jahr 2021 angeknüpft. Zudem konnte die Bafin erstmals Informationen zum Kundennutzen in der Rentenbezugszeit sammeln.
VAPs sind ein Schwerpunkt der Wohlverhaltensaufsicht. Sie nimmt den Kundennutzen in den Blick. Die Effektivkosten sind ein wichtiger Risikoindikator.
Besonders deutlich sanken die Effektivkosten von fondsgebundenen und hybriden Produkten für Verträge, die regulär zum Ende der Ansparphase enden. Im teuersten Viertel des Markts fielen die Effektivkosten dieser Produkte bei einer typischen Laufzeit von 30 Jahren um mehr als 0,4 Prozentpunkte, auf 1,9 Prozent. Ein wichtiger Grund: Viele Versicherer setzen inzwischen stärker auf kostengünstigere Anlageoptionen wie z. B. Indexfonds.
Die Abfrage hat im Übrigen auch gezeigt, dass hohe Effektivkosten bei fondsgebundenen Produkten tendenziell mit einer niedrigeren Rendite nach Kosten der zu Grunde liegenden Kapitalanlage einhergehen. Dies bestätigt: Hohe Kosten steigern auch das Risiko einer unzureichenden Rendite aus Sicht der Versicherungsnehmer.
Ein weiterer Treiber der Effektivkosten sind vorzeitige Vertragsbeendigungen. Bei Produkten mit 30-jähriger Ansparphase hat nach 15 Jahren häufig gut die Hälfte der Kundinnen und Kunden ihren Vertrag beendet. Eine vorzeitige Vertragsbeendigung bedeutet in der Regel eine höhere Effektivkostenbelastung.
Bei fondsgebundenen und hybriden Produkten liegen diese Kosten bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung nach 15 Jahren im teuersten Viertel des Markts bei etwa 3,2 Prozent. Im Vergleich zur regulären Beendigung der Ansparphase sind die Effektivkosten also in der Regel 1 bis 1,5 Prozentpunkte höher.

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