Maklerin im Fokus: Freya Früh
26.03.2026

Freya Früh, Geschäftsführende Gesellschafterin der FF Frau Finanzen GmbH. Foto: © Freya Früh
Finanzwissen verständlich nach außen zu tragen und Frauen über Altersvorsorgelücken und finanzielle Risiken aufzuklären ist das Ziel von Freya Früh, Geschäftsführende Gesellschafterin der FF Frau Finanzen GmbH.
Im Interview erklärt sie, was sie am Beruf der Versicherungsmaklerin reizt, welchen besonderen Ansatz sie verfolgt und was die Branche bzw. Politik gegen den Fachkräftemangel beim Makler-Nachwuchs tun kann.
Frau Frey, warum haben Sie sich einst für den Beruf der Versicherungsmaklerin entschieden? Wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens Frau Finanzen?
Freya Früh: Meine Entscheidung für den Maklerberuf war keine spontane, sondern eine sehr bewusste Entwicklung. Ursprünglich war ich als Social Media Managerin für HDI Versicherung AG tätig und habe mich intensiv mit digitaler Kommunikation, Aufklärung und Community-Aufbau beschäftigt. Unter dem Namen Frau Finanzen habe ich begonnen, Finanzwissen verständlich nach außen zu tragen – mit dem klaren Ziel, Frauen über Altersvorsorgelücken, finanzielle Risiken und fehlende Absicherung aufzuklären.
Mit der Zeit kamen immer mehr direkte Anfragen von Frauen, die nicht nur Informationen wollten, sondern konkrete Unterstützung und Beratung. Ich habe gemerkt: Aufklärung allein reicht nicht aus, wenn am Ende niemand da ist, der auch in die Umsetzung begleitet. Aus dieser Verantwortung heraus und dem gleichzeitigen Stellenabbau bei HDI habe ich mich im Oktober letzten Jahres entschieden, selbst als Versicherungsmaklerin tätig zu werden.
Durch meine Ausbildung als Sparkassenkauffrau und die sogenannte „alte Hasenregelung“ konnte ich meine Beratungstätigkeit aufnehmen und Frau Finanzen vom reinen Content- und Bildungsprojekt zu einem vollwertigen Maklerunternehmen weiterentwickeln. Der Schritt in die Selbstständigkeit war für mich die logische Konsequenz aus dem tatsächlichen Bedarf meiner Community.
Was unterscheidet Sie von anderen? Welchen besonderen Ansatz verfolgen Sie? Was ist Ihr USP?
Früh: Mein USP liegt in der Verbindung aus fachlicher Expertise, moderner Kommunikation und klarer Zielgruppenfokussierung. Ich kombiniere klassische Maklerarbeit mit digitaler Aufklärung, Social Media und Community-Building.
Ich verkaufe keine Produkte, sondern begleite meine Kundinnen langfristig dabei, finanzielle Entscheidungen zu verstehen und selbstbestimmt zu treffen. Transparenz, einfache Sprache und eine Beratung auf Augenhöhe stehen dabei im Mittelpunkt.
Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Versicherungsmaklerin an, was motiviert Sie? Was gefällt Ihnen daran besonders?
Früh: Mich treibt vor allem die Wirkung meiner Arbeit an. Wenn Frauen nach einer Beratung sagen: „Jetzt verstehe ich das endlich“ oder „Ich fühle mich erstmals sicher in meinen Entscheidungen“, dann bestätigt mich das jeden Tag aufs Neue.
Besonders schätze ich die Möglichkeit, den Maklerberuf unternehmerisch und modern zu gestalten – fachlich fundiert, aber zeitgemäß, digital und nah an den Lebensrealitäten meiner Zielgruppe.
Was kann die Branche bzw. Politik gegen den Fachkräftemangel beim Makler-Nachwuchs tun? Was wünschen Sie sich?
Früh: Der Fachkräftemangel lässt sich nur lösen, wenn der Maklerberuf sichtbarer und zugänglicher wird – insbesondere für Frauen. Viele wissen gar nicht, dass dieser Beruf eine echte unternehmerische Perspektive bietet oder wie der Einstieg konkret aussehen kann.
Genau deshalb gründe ich aktuell FrauVersichert e. V.. Der Verein soll eine zentrale Anlaufstelle für Frauen in der Versicherungsbranche werden – mit Fokus auf Vernetzung, Orientierung, Wissenstransfer und Nachwuchsförderung. Mir selbst hat zu Beginn genau so ein Netzwerk gefehlt: ein Ort, an dem Fragen gestellt werden dürfen, Erfahrungen geteilt werden und reale Einblicke in den Berufsalltag möglich sind.
Von der Branche wünsche ich mir mehr Offenheit für neue Wege, mehr Sichtbarkeit weiblicher Role Models und eine stärkere Unterstützung von Netzwerken. Von der Politik erhoffe ich mir weniger Bürokratie, gezielte Förderprogramme für Gründerinnen und bessere Rahmenbedingungen für Aus- und Weiterbildung. Nachwuchs entsteht dort, wo Menschen abgeholt, ermutigt und begleitet werden – genau das möchte ich mit FrauVersichert e. V. leisten.
Was braucht es heute, um als Maklerin erfolgreich zu sein? Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren? Welchen Rat geben Sie Jung-Maklern?
Früh: Erfolg entsteht heute durch Vertrauen, Haltung und Kompetenz. Fachwissen ist die Basis, doch Positionierung, Kommunikation, Empathie und digitale Sichtbarkeit sind entscheidend.
Mein wichtigster Rat an Jung-Makler lautet: Entwickeln Sie eine klare Haltung, suchen Sie sich eine Zielgruppe und trauen Sie sich, Ihren eigenen Weg zu gehen. Der Markt braucht keine austauschbaren Makler mehr, sondern Persönlichkeiten mit Profil. (mho)

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