„Mit Partners HoldCo schaffen wir die Grundlage für die nächste Wachstumsphase“

13.07.2026

Christian Schwalb, CEO der Scala Finanzgruppe GmbH

Exklusiv

Mit einer strategischen Partnerschaft mit der tschechischen Finanzdienstleistungsgruppe Partners HoldCo stellt die SCALA Finanzgruppe die Weichen für ihre weitere Entwicklung. Die heute bekannt gegebene Zusammenarbeit soll den Ausbau digitaler Beratungs- und Serviceangebote beschleunigen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmensgruppe stärken und neue Perspektiven für Vermittler, Berater und Geschäftspartner eröffnen.

Im Interview erläutert Christian Schwalb, Gründer und CEO der SCALA Finanzgruppe aus dem bayerischen Kronach, warum die kulturelle Passung beider Unternehmen den Ausschlag für die Kooperation gegeben hat, welche konkreten Vorteile die Partner in Deutschland erwarten dürfen und wie die gemeinsame Wachstumsstrategie für den deutschen Markt aussieht.

Mit Partners HoldCo gewinnt die SCALA Finanzgruppe einen finanzstarken und digital geprägten ausländischen Partner. Welche konkreten Mehrwerte werden Ihre angebundenen Vermittler, Berater und Geschäftspartner in Deutschland durch diese Kooperation bereits in den kommenden Monaten spüren?

Christian Schwalb: Wir werden schnell die moderne CRM-Architektur bei uns einsetzen, welche Daten aus unseren Kernsystemen konsolidiert und diese in einer Kunden-App kommunizieren kann. Gerade das Onboarding von Neukunden und das Kampagnen-Management werden über die neuen vertrieblich ausgerichteten IT-System massiv verbessert.

Sie sprechen von einer „Passgenauigkeit der Unternehmenskulturen" als entscheidendem Faktor für die Partnerschaft. Welche konkreten Gemeinsamkeiten zwischen der SCALA Finanzgruppe und Partners HoldCo haben letztlich den Ausschlag gegeben – und wo ergänzen sich beide Unternehmen besonders?

Schwalb: Noch heute sind die beiden Gründer von Partners, Petr Borkovec und Radim Lukes in der unmittelbaren Leitungsebene der Firmengruppe im Einsatz. Beide Vollblut-Unternehmer sind in einem Alter wie ich und sind trotz aller Erfolge Mensch geblieben. Hier werden Zusagen noch direkt getroffen und es gibt schnelle Entscheidungswege.

Der deutsche Finanzberatungsmarkt befindet sich im Umbruch – geprägt von Regulierung, Konsolidierung und Digitalisierung. Welche Chancen sehen Sie in diesem Marktumfeld, die Sie gemeinsam mit Partners HoldCo künftig besser nutzen können als bislang?

Schwalb: Wer in diesem Markt bestehen will und Wachstumsziele verfolgt, muss in der Lage sein regelmäßigen Fortschritt zu gewährleisten. Durch unsere neue Partnerschaft können wir unsere Attraktivität als Firmengruppe steigern und schneller Projekte umsetzen. 

Sie haben angekündigt, über ein Joint Venture den deutschen Markt gemeinsam weiterzuentwickeln. Welche strategischen Schwerpunkte setzen Sie dabei zunächst: organisches Wachstum, Akquisitionen, technologische Innovationen oder den Ausbau bestehender Marken?

Schwalb: Zunächst profitieren unsere bestehenden Unternehmen der Firmengruppe davon. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass es viele Vertriebsunternehmen in unserem Markt gibt, die in ähnlichen Situationen sind wie wir. Wir erarbeiten ein Angebots-Portfolio welches für die Partner interessant ist, die inhabergeführt ihre Unternehmensstrategie einer 360 Grad-Beratung weiter verfolgen wollen, dabei aber Synergien und Innovations-Vorteile nutzen wollen.

Wie viel Selbstständigkeit gibt Ihre Unternehmensgruppe mit dem Einstieg der HoldCo als finanzstarker Investor auf?       

Schwalb: Wir werden als Finanzgruppe selbst Mit-Gesellschafter, von daher sind wir direkter Mit-Gestalter. Wirtschaftliche Unabhängigkeit und unternehmerische Beinfreiheit waren bis dato stehts unser Credo und werden es auch in dieser Strategie bleiben.

Partners HoldCo hat in Tschechien mit einem digital unterstützten 360-Grad-Beratungsmodell große Erfolge erzielt. Welche Elemente dieses Erfolgsmodells halten Sie für den deutschen Markt besonders relevant, und wo sehen Sie Anpassungsbedarf aufgrund der unterschiedlichen Marktstrukturen?

Schwalb: Die direkte Kunden-Kommunikation über eine moderne APP-Lösung, in der alle Finanz- und Versicherungsverträge verwaltet werden können, gepaart mit den Chancen einer modernen Bank-Schnittstelle und Zahlungsverkehr-Diensten, sind sehr attraktive Chancen. Insgesamt ist der tschechische Markt nicht 1:1 mit dem deutschen Markt zu vergleichen, vor allem was die heutige Wettbewerbs-Situation und Transparenz betrifft. Aber: Kundendienstleistung aus Sicht des Mandanten konsequent gedacht und mit Qualitäts-Kriterien unterlegt in einer modernen All-in-One-Software abzubilden, stellt auch für deutsche Verhältnisse einen besonderen Standard da. Wir werden mit unserer deutschen Markterfahrung die Instrumente nach Deutschland bringen, die sinnvoll und marktkonform sind. (hs)