nordIX erweitert „European Consumer Credit Fund“

05.03.2026

Claus Tumbrägel. Foto @ nordIX

Die Hamburger Fixed-Income-Boutique nordIX AG baut ihren „European Consumer Credit Fund“ (ECCF) weiter aus und hat zwei zusätzliche Kreditpartner angebunden. Mit SeQura aus Spanien und Zinc Euro aus der Slowakei erweitert nordIX die geografische Abdeckung und stärkt die Diversifikation über Produkte, Länder und Origination-Modelle. Nach der Anbindung von SeQura und Zinc Euro arbeitet der Fonds nun mit 20 Finanzierungspartnern zusammen.

SeQura ist ein in Barcelona ansässiger Fintech-Anbieter, der digitale Zahlungs- und Finanzierungsmodelle im E-Commerce bereitstellt und Händlern flexible Optionen direkt im Checkout ermöglicht, darunter Ratenmodelle, Zahlungsaufschub und Buy-now-pay-later-Lösungen. SeQura arbeitet mit mehreren tausend Händlerpartnern und bedient mehrere Millionen Endkundinnen und Endkunden in europäischen Märkten. Der ECCF erwirbt zunächst Kredite in Spanien aus den SeQura-Vertikalen Bildung und Optikerdienstleistungen, die unter den Programmen eduQa und optiQa geführt werden. eduQa hält ein aktuelles Kreditvolumen von 28,4 Millionen Euro, bei einer durchschnittlichen Kredithöhe von 1.826 Euro; optiQa weist ein aktuelles Kreditvolumen von 2,2 Millionen Euro aus, bei einer durchschnittlichen Kredithöhe von 597 Euro sowie mehr als 4.700 aktiven Abonnements.

Die Zusammenarbeit mit SeQura steht laut dem Unternehmen für einen skalierbaren Funding-Ansatzes mit mehreren Partnern über Produkte und Märkte hinweg. Der initiale Commitment-Rahmen beträgt SeQura zufolge zehn Millionen Euro und soll insbesondere die neu gestarteten Vertikalen und Produktlinien unterstützen. Damit erweitert nordIX die Finanzierungskapazität des ECCF in einem Segment, das durch kurze Kreditlaufzeiten, hohe Granularität und digitale Underwriting-Prozesse geprägt ist. „Die Vereinbarung verbreitert SeQuras Finanzierungsbasis und schafft zusätzlichen Spielraum, um den weiteren Ausbau maßgeschneiderter Zahlungslösungen in den wichtigsten Kernmärkten zu unterstützen“, heißt es bei SeQura.

Mit Zinc Euro bindet nordIX einen slowakischen Anbieter an, der konsumentenorientierte Kredit- und Zahlungsprodukte über ein Peer-to-peer-basiertes Modell anbietet und seit 2014 im slowakischen Markt aktiv ist. Zinc Euro arbeitet sowohl digital als auch im stationären Handel und kooperiert mit großen lokalen Händlern, unter anderem im Fahrzeug- und Elektronikbereich. Das Unternehmen bezeichnet sich als größte Peer-to-peer-Lending-Plattform der Slowakei und nutzt digitale Prüfprozesse. Das kumulierte Kreditbuch liegt bei 128 Millionen Euro, das aktuelle Portfolio beziffert das Unternehmen mit 40 Millionen Euro und rund 23.000 Kreditnehmern, bei einer durchschnittlichen Kredithöhe von 1.400 Euro. Das monatliche Lending liegt nach Unternehmensangaben im Durchschnitt bei rund 1,7 Millionen Euro.

Maroš Kiska, CEO von Zinc Euro, betont die strategische Bedeutung der Kooperation: „Die Partnerschaft mit dem Fonds der nordIX AG ist für Zinc Euro ein wichtiger Meilenstein. Sie ermöglicht es uns, das reine Peer-to-peer-Modell der Konsumentenkreditvergabe in der Slowakei beizubehalten und zugleich unseren privaten Investoren einen liquideren Rahmen für ihre Anlagen zu bieten. Wir verstehen die Zusammenarbeit auch als Bestätigung der Qualität unseres nachhaltigen und diversifizierten Wachstums, das auf konsequentem Kredit- und Betrugsrisikomanagement sowie einem hohen Grad an Digitalisierung und Automatisierung beruht.“ Die Standards und internationale Erfahrung der nordIX AG im Bereich Consumer Finance würde Zinc Euro helfen, die Position als führender Anbieter unbesicherter Konsumentenkredite in der Slowakei weiter zu stärken.

„Der Ausbau des ECCF folgt einem klaren Prinzip: Wir diversifizieren systematisch über Länder, Kreditgeber und Geschäftsmodell und achten zugleich auf robuste Underwriting-Standards, kurze Rückflussprofile und eine saubere operative Anbindung“, sagt Claus Tumbrägel, Vorstand der nordIX AG. „SeQura und Zinc Euro erweitern den Fonds um zwei komplementäre Origination-Modelle. Im Ergebnis erhöhen wir die Granularität und verbreitern die Basis der Cashflows, ohne den Anspruch an Risikomanagement und Prozessqualität zu verwässern.“ (fw)