Schlechte Zahlungsmoral in Europa
07.02.2013

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Verspätete Zahlungen, Forderungsausfälle und ein erhöhtes Risiko bei der Gewährung von Lieferantenkrediten, mit all diesen Dingen haben die Unternehmen in Westeuropa zu kämpfen. Im Rahmen ihres Zahlungsmoralbarometers ließ Atradius 2.886 Unternehmen in 14 westeuropäischen Ländern zu diesem Thema befragen.
(fw/ck) Nach der Auswertung der Antworten gibt es die größten Probleme demnach in Griechenland, wo 41,1 % der Forderungen gegenüber inländischen Geschäftskunden zu spät beglichen wurden, gefolgt von Italien mit 39,5% und Irland mit 38, 2% (westeuropäischer Durchschnitt: 30 %). Davon waren jeweils 18,7% (Griechenland), 11,7 % (Italien) und 6,5 % (Irland) mehr als drei Monate überfällig (westeuropäischer Durchschnitt: 6 %). Im Studiendurchschnitt fielen rund 3 % der Forderungen gegenüber inländischen Geschäftspartnern aus. Die befragten Unternehmen in Griechenland gaben die höchste durchschnittliche Ausfallquote bei Geschäftskunden an. Demnach waren hier 7,4% der Forderungen im Inland uneinbringlich. Italien wies mit 5,4 % die zweihöchste Ausfallquote auf. Wie im vergangenen Jahr gaben die Studienteilnehmer Liquiditätsengpässe als Hauptgrund für verspätete Zahlungen ihrer Geschäftskunden an. 66,8 % der befragten Unternehmen nannten dies als Ursache für verspätete Zahlungen inländischer Geschäftspartner, 46,2 % für ausländische Geschäftspartner. Unternehmen in Westeuropa werden voraussichtlich auch in den nächsten sechs Monaten mit Liquiditätsschwierigkeiten ihrer Geschäftskunden zu kämpfen haben. Im Gegensatz zu einer Verbesserung erwarten dreimal so viele Studienteilnehmer eine Verschlechterung der Zahlungsmoral. Um sich vor verspäteten Zahlungen und Forderungsausfällen zu schützen, wollen rund 48,6 % der Studienteilnehmer in Westeuropa verstärkt auf aktives Forderungsmanagement setzen und dabei regelmäßiger die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden überprüfen, das Mahnwesen intensivieren und häufiger Sicherheiten verlangen. Andreas Tesch, Vorstandsmitglied und Chief Market Officer von Atradius N. V.: "Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Westeuropa sind bedenklich. Die Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands in der Eurozone und die allgemein schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa deuten auf eine Phase steigender Insolvenzzahlen und Forderungsausfälle hin."

Nähe schlägt Reichweite







