Studie: Deutsche sparen auch ohne Rendite
07.02.2013

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Das Sparen mit kurzfristigen, liquiden Anlagen ist bei den Deutschen schon immer beliebt. Fast die Hälfte der neuen Finanzanlagen erfolgt in Form von Sichteinlagen bei Banken, nahezu ohne Rendite, wenn die Inflation einkalkuliert wird ergeben sich sogar Verluste. Gleichzeitig investieren die Bundesbürger wieder verstärkt in nicht mobile Realwerte – insbesondere in Wohnimmobilien.
(fw/db) Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat einen aktuellen Konjunkturbericht veröffentlicht, der das Sparverhalten der Deutschen untersucht und aufzeigt.
"Die von vielen Anlegern derzeit verfolgte Strategie, einen Mix aus kurzfristigen Anlagen und Realwerten vorzunehmen, ist nachvollziehbar. Das wirtschaftliche Umfeld ist einerseits durch extrem niedrige Zinsen geprägt, andererseits sind die Bürger unsicher, ob die Preise auf Dauer stabil bleiben werden. Eine Möglichkeit, die Rendite auf das Geldvermögen zu erhöhen, ist die Beimischung von ausgewählten Wertpapieren, beispielsweise Investmentfonds, dividendenstarken Aktien oder Unternehmensanleihen. Die konkrete Auswahl sollte dabei im Einklang mit der Risikoeinstellung des Anlegers stehen", erklärt BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin.
Bankguthaben auch ohne Rendite von Bedeutung
Laut der Studie haben die privaten Haushalte von Oktober 2011 bis September 2012 ihre Einlagen bei inländischen Banken um 84,4 Milliarden Euro erhöht. Der weitaus überwiegende Teil davon floss mit 80,5 Milliarden Euro in die täglich fälligen Sichteinlagen. Insgesamt wurden nach den jüngsten vorliegenden Angaben der Deutschen Bundesbank zur Finanzierungsrechnung im zweiten Halbjahr 2011 und dem ersten Halbjahr 2012 154 Milliarden Euro den Finanzanlagen zugeführt. Die Bankguthaben gewinnen im Portfolio der Deutschen an Bedeutung. Ihr Anteil lag zur Jahresmitte mit 41 Prozent auf dem höchsten Stand seit Ende der 1990er Jahre.
Wohnimmobilien zu niedrigsten Finanzierungszinsen gefragt
Die Investitionen in Wohnimmobilien dürften im Gesamtjahr 2012 ihren Anstieg fortgesetzt haben, prognostiziert der BVR. In 2011 lagen die Nettoinvestitionen der privaten Haushalte bei 49,6 Milliarden Euro. Rund 90 Prozent davon wurden in Neubau- oder in Bestands- Wohnimmobilien investiert. Die Finanzierungskosten für Wohnimmobilien lagen im September mit einem Zinssatz im Neugeschäft von drei Prozent so niedrig wie noch nie.
Sparneigung trotz fehlender Rendite hoch
Beim direkten Aktienerwerb sind im Gegensatz zum Kauf von Investmentfondsanteilen oder festverzinslichen Papieren moderate Mittelzuflüsse zu verzeichnen. Die Sparneigung der Bundesbürger hat sich seit Anfang des vergangenen Jahres trotz der anhaltend niedrigen Zinsen kaum verändert. Die Sparquote, also das Verhältnis des Sparens zum verfügbaren Einkommen, lag im dritten Quartal dieses Jahres bei 10,3 Prozent.
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Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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