Trotz Nahostkonflikt Exportwachstum erwartet
10.04.2026

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Die weltweiten und insbesondere die deutschen Exporteure bleiben trotz einem Jahr Handelskrieg, einer veränderten Risikolandschaft und Nahostkonflikt relativ widerstandsfähig. Zu diesem Ergebnis kommt die fünfte Auflage der „Allianz Trade Global Survey 2026“, für die der weltweit führende Kreditversicherer Allianz Trade in zwei Wellen im Februar und März 2026 rund 6.000 Unternehmen in insgesamt 13 Märkten zu ihren Erwartungen bei Exporten, Welthandel und Lieferketten befragt hat.
„Die Allianz Trade Global Survey zeigt, dass 75 % der Exporteure für 2026 weiterhin ein positives Exportwachstum erwarten“, sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade. „Die Auswirkungen des Nahostkonflikts scheinen sich demnach in Grenzen zu halten (-6 Prozentpunkte, pp; Deutschland: -1pp), insbesondere im Vergleich zum Zollschock von 2025, als die Erwartungen um 40pp zurückgingen. Dennoch ist dieser Optimismus weiterhin fragil und könnte schnell schwinden, sollte sich der Konflikt hinziehen.“
Tatsächlichen haben vietnamesische, amerikanische und spanische Unternehmen aufgrund des Konflikts jeweils mehr als 10pp an Zuversicht eingebüßt, bei chinesischen Unternehmen waren es 9pp.
„Der Konflikt machte geopolitische und politische Risiken für 65 % der globalen Unternehmen zur weltweit größten Bedrohung und verdrängte damit die Komplexität und Konzentration der Lieferketten (45 %), die 2025 inmitten des Handelskriegs das Hauptanliegen waren“, sagt Somersan Coqui. „Versorgungsbezogene Probleme, wie Lieferausfälle und Engpässe bei Vorleistungen, stiegen auf den zweiten Platz (57 %). Allerdings sind weniger als ein Viertel der Unternehmen besorgt über die Auswirkungen des Konflikts auf Energie und Schifffahrt: Entweder sind die Unternehmen zuversichtlich hinsichtlich ihrer Bewältigungsmechanismen oder sie gehen davon aus, dass der Konflikt nur von kurzer Dauer sein wird.“
Trotz dieser Widerstandsfähigkeit verschärft der Nahostkonflikt die Bedingungen für die Handelsfinanzierung. Die Zahlungszyklen verlängern sich, und der Anteil der weltweiten Unternehmen, die ihr Geld innerhalb von 30 Tagen erhalten, ist seit Beginn des Konflikts von 10 % auf 7 % gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die länger als 70 Tage auf ihr Geld warten müssen, von 15 % auf 24 % gestiegen ist. Mit Blick auf die Zukunft erwarten 43 % der globalen Unternehmen eine weitere Verschlechterung der Zahlungsbedingungen (+5 pp gegenüber der Zeit vor dem Konflikt). Auch das Zahlungsausfallrisiko hat sich verschlechtert: Der Anteil der weltweiten Unternehmen, die ein höheres Risiko erwarten, ist auf 40 % gestiegen (+6 pp gegenüber der Zeit vor dem Konflikt). Die Sektoren Pharmazeutika, Bauwesen sowie Computer/Telekommunikation sind am stärksten betroffen, während größere Unternehmen mit unverhältnismäßig längeren Zahlungszyklen konfrontiert sind.

Unwiderlegbare Vermutung der Berufsunfähigkeit









