Umfrage: Deutsche unterschätzen Naturgefahren

07.02.2013

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Passend zum Winter-Einbruch in Deutschland präsentiert der Verband der deutschen Versicherer eine Studie die aufzeigt, dass die Mehrheit der Deutschen Naturgefahren unterschätzt und oft auch nicht richtig versichert ist. Eine Herausforderung und Chance für den Vertrieb in der Sachsparte.

(fw/db) Eine wichtige Aufgabe der deutschen Versicherer ist Aufklärung rund um Naturgefahrenschutz. Alarmierend ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des forsa-Instituts, die im Auftrag des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführt wurde.

Laut der Studie schätzen knapp 90 Prozent der Deutschen das Risiko, dass ihr eigenes Zuhause durch Naturgefahren beschädigt wird, als gering ein. Diese Fehleinschätzung spiegelt sich auch in der Versicherungsdichte wider: 70 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland sind nicht umfassend gegen Naturgefahren, wie Hochwasser, Überschwemmung und Sturzfluten, versichert.

"Fast jeder Hausbesitzer ist zwar über die Wohngebäudeversicherung vor Sturm- und Hagelrisiken geschützt", erklärt von Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung. "Eine Elementarschadenversicherung, die greift wenn etwa Überschwemmungen oder Starkregen-Ereignisse Keller überfluten, besitzt nur eine Minderheit."

Allein 820.000 Schäden entstanden im vergangenen Jahr durch Naturgewalten. Die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten insgesamt 1,2 Milliarden Euro für Sturm-, Hagel-, Hochwasser- und Starkregenschäden. Das teilte der GDV heute in Berlin mit.

"Mit über 1 Milliarde Euro liegen die Leistungen der Sachversicherer seit Jahren auf hohem Niveau", erläutert von Fürstenwerth.

Elementarschäden auf neuem Rekord seit 2002

2011 erreichten die Schäden durch Elementarereignisse, wie Hochwasser und Starkregen, mit 80.000 einen neuen Rekord. Für die Schäden leisteten die Sachversicherer im vergangenen Jahr 140 Millionen Euro.

"Mehr Schäden verursachte nur das Elbhochwasser 2002. Damals regulierten die Versicherer 107.000 Schäden", so von Fürstenwerth.

Im Januar 2011 kam es aufgrund schmelzender Schneemassen in weiten Landesteilen zu Überschwemmungen. Die Schadenbilanz der Versicherer belief sich deutschlandweit auf 30 Millionen Euro. Der tatsächliche Schaden dieser Überschwemmungen dürfte aber weit darüber gelegen haben. Der Grund: Im Jahr 2011 waren 30 Prozent der Hausbesitzer gegen Elementarschäden versichert. Nur die Elementarschadenversicherung kommt jedoch für Schäden durch Naturgefahren, wie Hochwasser, Starkregen oder Schneedruck, auf.

Regionale Sturm- und Hagelunwetter verursachen Millionenschäden

Die beiden Tiefdruckgebiete "Bert" am 26. August 2011 und "Frank" am 11. September 2011 verursachten im Herbst vergangenen Jahres Schäden von mehr als 400 Millionen Euro. Besonders betroffen waren Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Damit sorgten 2011 vor allem regionale Sturm- und Hagelunwetter für große Schäden an Gebäuden.

Insgesamt bearbeiteten die deutschen Wohngebäude- und Hausratversicherer 2011 rund 740.000 Sturm- und Hagelschäden. Das ist zwar ein Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jedoch bleiben die Ausgaben der Versicherer mit über 1 Milliarde Euro auf konstant hohem Niveau. Eine der Ursachen: Die Reparatur- und Sanierungskosten steigen deutlich an.

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Download des GDV-Naturgefahrenreport 2012