UniCredit greift nach der Commerzbank

16.03.2026

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Die italienische Großbank verschärft den Übernahmekampf um die Commerzbank. Während UniCredit auf Gespräche drängt, stößt die Offerte in Frankfurt, bei Arbeitnehmervertretern und in der Politik auf deutlichen Widerstand.

UniCredit treibt ihre Pläne für eine Übernahme der Commerzbank weiter voran. Am Montag kündigte das Mailänder Institut ein freiwilliges Angebot an die Aktionäre der zweitgrößten privaten Bank Deutschlands an. Vorgesehen ist ein Aktientausch: Für jede Commerzbank-Aktie sollen Investoren 0,485 neue UniCredit-Aktien erhalten.

UniCredit-Chef Andrea Orcel erklärte, die Offerte solle den Weg für Gespräche mit dem Frankfurter Geldhaus ebnen. Ziel sei ein „konstruktiver Dialog“ über mögliche strategische Optionen. Mit dem Angebot rechnet die Bank jedoch nicht unmittelbar mit der Kontrolle über die Commerzbank, da der gebotene Wert nur knapp über dem jüngsten Börsenkurs liegt.

Die Reaktionen aus Frankfurt fallen dennoch deutlich aus. Die Commerzbank betonte, das Angebot sei nicht abgestimmt gewesen und enthalte keine ausreichenden Informationen über die Struktur oder den möglichen Nutzen einer Transaktion. Ohne solche Eckpunkte gebe es derzeit keine Grundlage für Gespräche.

Auch politisch und innerhalb der Belegschaft stößt der Vorstoß auf Widerstand. Die Bundesregierung hält weiterhin rund zwölf Prozent der Anteile an der Commerzbank und lehnt einen Verkauf ab. Der Betriebsrat kündigte ebenfalls entschlossenen Widerstand gegen die Übernahmepläne an.

Unicredit hatte sich im September 2024 mit neun Prozent an der Commerzbank beteiligt und kontrolliert inzwischen knapp 30 Prozent der Anteile. (mho)

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