Warum der Rhodium-Preis explodiert

30.01.2020

Foto: © antoine2k - stock.adobe.com

Viele werden von Rhodium noch nie gehört haben – außer Sachwert-Spezialisten. Denn der Preis des Metalls ist allein in den ersten drei Januar-Wochen um schwindelerregende 63 Prozent gestiegen. Aktuell liegt der Preis pro Unze bei rund 9.000 Euro – dem sechsfachen Wert von Gold. Wie lässt sich das erklären?

Rhodium wird in Katalysatoren verwendet. Zusammen mit Platin und Palladium hilft es dabei, giftige Gase wie Kohlenmonoxid in weniger gefährliche Stoffe zu verwandeln. Kein Wunder, dass Automobilhersteller mehr als vier Fünftel der Nachfrage erzeugen – und strengerer Emissions-Vorgaben durch die Politik machen das Metall nur noch begehrter.

Nichts für schwache Nerven

Im Vergleich zu Platin besteht ein weiterer großer Vorteil darin, dass das edle Metall sowohl bei Benzinern als auch bei Diesel-Motoren funktioniert. Das einzige Problem für die Industrie: die extreme Knappheit dieses Wunder-Rohstoffes. Fast alle Vorkommen liegen in Südafrika, wo sie in winzigen Mengen gefördert werden. Laut Einschätzung der Consulting-Firma Stantec wird eine neue Mine in der Waterberg-Region dieses Jahr 63 Prozent Palladium produzieren, immerhin noch 6,5 Prozent Gold, aber nur 1,5 Prozent Rhodium.

Allerdings ist ein Investment in Rhodium keineswegs eine sichere Nummer. Denn der Markt ist aufgrund seines äußerst geringen Volumens stark anfällig für Preisschwankungen. Letztes Jahr verließen gerade einmal 792.000 Unzen die Förderstätten. Die Zahl klingt zwar hoch, entspricht aber lediglich einem Prozent der geförderten Goldmenge.

Wie der Rhodium-Rausch enden könnte

So kam es 2008 schon einmal zu einer Preisexplosion, nachdem Stromausfälle die Minen in Südafrika lahmgelegt hatten. Damals kletterte der Wert des Edelmetalls knapp über den heutigen Stand. Wie weit die Rhodium-Rallye dieses Mal gehen wird? Der deutsche Chemie-Riese BASF geht davon aus, dass der Hunger von chinesischen Autoherstellern auf das teure Metall 2020 um satte 40 Prozent ansteigen wird. Doch langfristig gesehen könnten die Kurse wieder deutlich fallen. Denn Elektro-Autos brauchen keine Katalysatoren. (sh)