Wechselkennzeichen finanziell unattraktiv
07.02.2013

Seit 1. Juli bietet das Kraftfahrtbundesamt die Option an, zwei Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen ausstatten zu können. Viele Fahrzeughalter erhoffen sich von der neuen Möglichkeit eine Kostenersparnis. Michael Schwarz, Leiter Produktmanagement Sachversicherung bei MLP, bremst hier die Euphorie.
(fw/ck) Seit 1. Juli haben Fahrzeughalter mit dem neuen Wechselkennzeichen die Möglichkeit, maximal zwei privat genutzte Fahrzeuge der gleichen Klasse abwechselnd zu fahren. Das Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen: Während das Hauptnummernschild nach Bedarf hin- und hergewechselt werden kann, hat jedes der zwei Fahrzeuge ein fest angebrachtes Nebenkennzeichen. Beide mit dem Wechselkennzeichen gefahrene Fahrzeuge werden mit jeweils einer elektronischen Versicherungsbestätigung zugelassen. Etwas mehr als 100 Euro kostet die Zulassung je Fahrzeug. "Das bedeutet in Summe höhere Zulassungskosten, da zwei zusätzliche Kennzeichenteile benötigt werden und die Zulassungsbehörde höhere Gebühren für den größeren Verwaltungsaufwand ansetzt", sagt Michael Schwarz. Zudem müssen beide Fahrzeuge auf den gleichen Halter zugelassen werden, eventuell - je nach Anbieterbedingungen - bei der gleichen Gesellschaft versichert sein und benötigen jeweils einen eigenen Schadenfreiheitsrabatt. Das nicht gefahrene Fahrzeug muss stets auf einem eingegrenzten privaten Abstellplatz oder in einer Garage abgestellt werden. Rabatte seitens der Versicherer sind zudem unwahrscheinlich, da die Kfz-Sparte eine negative Schaden-Kosten-Quote aufweist. Das heißt, das Verhältnis von Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb und den Versicherungsleistungen ist relativ ausgeglichen. Auch bei der Kfz-Steuer gibt es keine Ermäßigung. Eine deutlich bessere Alternative stellen Saisonkennzeichen dar. "Sie haben den Vorteil, dass An- und Abmeldung automatisch erfolgen und dafür nicht jedes Mal Gebühren anfallen", sagt Schwarz.

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