Cyber-Rating Gewerbe 2026: Qualitätssprung nach acht Jahren
12.05.2026

Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Foto: © Marc Theis, Hannover
Franke und Bornberg aktualisiert das Rating zur gewerblichen Cyber-Versicherung. 201 Tarife von 27 Versicherern wurden analysiert, erstmals erreicht ein Angebot die Höchstnote FFF+ (hervorragend). Seit der Erstveröffentlichung im Oktober 2018 hat sich der Markt rasant entwickelt, mit deutlich gestiegener Qualität. Und das Rating hat dabei eine messbare Rolle gespielt. Doch die steigende Tarifqualität allein löst das eigentliche Problem nicht: Zu viele Betriebe sind noch immer unterversichert oder gar nicht geschützt.
Der Umfang des Marktes hat sich drastisch verändert: Statt 34 Tarifen von 28 Gesellschaften im Jahr 2018 fließen nun 201 Tarife von 27 Versicherern in die Analyse ein. Der Markt ist reifer, breiter und – in der Spitze – deutlich besser geworden. An der Spitze stehen drei Tarife mit der Höchstnote FFF+ (hervorragend) – im Erstrating 2018 hatte kein einziges Produkt diese Klasse erreicht. 34,9 % der Tarife erreichen jedoch maximal ein FF (befriedigend).
Die erstmalige Vergabe der Höchstnote FFF+ geht auf ein Angebot aus dem Provinzial-Konzern zurück, das von der Provinzial AG sowie der Provinzial Nord Brandkasse AG angeboten wird. Dass ausgerechnet ein öffentlicher Versicherer an die Spitze des Cyber-Ratings für gewerbliche Kunden vorrückt, ist ein Signal: Öffentlich-rechtliche Versicherer engagieren sich zunehmend und mit Nachdruck für die Deckung von Cyber-Risiken im Firmenkundengeschäft.
Defizite schwächerer Tarife im Cyber-Rating 2026
Trotz des insgesamt positiven Trends weisen viele Tarife nach wie vor strukturelle Schwächen auf, die für Vermittler und Versicherungsnehmer erhebliche Konsequenzen haben können:
· Betriebsunterbrechung: Fehlende oder zu eng gefasste Deckung von Ertragsausfällen – insbesondere bei Cloud-bedingten Ausfällen
· Drittschäden: Lücken bei immateriellen Schäden, also Schäden, die keine direkten Vermögensschäden sind
· Technische Störungen: Unzureichende Abgrenzung zum Eigenschaden
· Sachschäden an versicherten IT-Systemen: Unklare oder zu enge Definitionen
· Obliegenheiten: Unverhältnismäßig strenge Anforderungen, die im Schadenfall zur Leistungsfreiheit führen können
· Anzeigepflicht bei Gefahrerhöhung: Intransparente Regelungen zulasten der Versicherten.
Besonders kritisch: Wer einen schwachen Tarif wählt, bemerkt dies oft erst im Schadenfall – wenn Deckungslücken sichtbar werden, auf die weder Vermittler noch Kunde hingewiesen wurde.
Für das aktuelle Rating wurden 201 Tarife von 27 Gesellschaften analysiert. Die Bewertung orientiert sich am Bedarf eines mittelständischen Unternehmens mit bis zu 250 Mitarbeitern und Wirkungsschwerpunkt in Europa. Die Ratingsystematik mit sieben Klassen (von FFF+ hervorragend bis F- ungenügend) sowie die Mindeststandards für die höheren Klassen wurden gegenüber dem Erstrating unverändert beibehalten.
Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH, hebt die Bedeutung von qualifizierter Analyse hervor: „Unser Cyber-Rating hat von Beginn an eine klare Botschaft gehabt: Transparenz schützt. Wer Schwächen benennt, gibt dem Markt die Chance, sie zu beseitigen. Dass heute erstmals ein Tarif die Höchstnote FFF+ erreicht, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis eines langen Wettbewerbs um Qualität, den das Rating ausgelöst hat. Doch wir sehen auch: Die Unterschiede zwischen den Tarifen bleiben erheblich. Wer den falschen Tarif wählt, zahlt im Schadenfall einen hohen Preis.“ (mho)

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