Nachgefragt bei Dr. Nikolai Noeske, HEP Kapitalverwaltung AG

07.05.2026

Dr. Nikolai Noeske, Chief Risk Officer der HEP KVG. Foto: © hep global GmbH

Exklusiv

Seit 1. Mai ist Dr. Nikolai Noeske Chief Risk Officer der der HEP Kapitalverwaltung AG. Er folgt auf Olaf Timm, dessen Vorstandsmandat turnusgemäß zum 30. April 2026 endete und der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Dr. Noeske ist seit August 2024 als Senior Expert Risk Management Teil der HEP KVG.

finanzwelt hat nachgefragt, was Dr. Nikolai Noeske an seiner neuen Aufgabe reizt und welche Ziele er sich für 2026 gesetzt hat.

Herr Dr. Noeske, was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?

Nikolai Noeske: Mich reizt vor allem die Möglichkeit, das Risikomanagement der HEP Kapitalverwaltung AG in einer Phase weiterzuentwickeln, in der sich Markt, Regulierung und Produktlandschaft spürbar bewegen. Die Rolle verbindet strategische Steuerung mit fachlicher Tiefe und engem Austausch mit den Fachbereichen. Besonders interessant ist für mich, Risiken nicht nur einzeln zu bewerten, sondern im Zusammenhang mit unserem Geschäftsmodell und unseren Projekten konkret einzuordnen und praxisnah aufzubereiten. Dadurch kann Risikomanagement echte Orientierung geben und unsere Entscheidungen noch fundierter unterstützen.

Welche Schwerpunkte und Ziele haben Sie sich für 2026 gesetzt?

Noeske: Für 2026 stehen für mich mehrere Themen im Vordergrund. Zunächst möchte ich den Übergang in der Risikofunktion stabil und verlässlich gestalten. Darüber hinaus geht es darum, Prozesse, Zuständigkeiten und Entscheidungsgrundlagen weiter zu schärfen – auch vor dem Hintergrund gestiegener Anforderungen, etwa bei der DORA-Verordnung sowie bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Zudem sehe ich Potenzial, qualitative Einschätzungen gezielter durch quantitative Elemente zu ergänzen. Wichtig ist mir dabei ein verhältnismäßiger Ansatz: Risikomanagement soll nicht Selbstzweck sein, sondern Transparenz schaffen und konkrete Steuerungsimpulse liefern.

Wie schätzen Sie die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr ein?

Noeske: Wir bewegen uns weiterhin in einem anspruchsvollen, aber chancenreichen Umfeld. Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien bleibt langfristig intakt, und Investitionen in Solar-Infrastruktur sind strukturell gut positioniert. Gleichzeitig erfordern das Zinsniveau, politische Rahmenbedingungen in einzelnen Märkten und ein selektives Investorenumfeld besondere Aufmerksamkeit. Für die HEP KVG wird es daher entscheidend sein, weiterhin Produkte mit hoher Qualität umzusetzen, bestehende Projekte konsequent zu steuern und geeignete Investoren für unsere Strategien zu gewinnen. Ich blicke deshalb mit realistischer Zuversicht auf das Jahr: Die Chancen sind vorhanden, aber sie erfordern eine disziplinierte Umsetzung und eine klare Risikoeinschätzung. (mho)

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