DACH-Region zweitaktivster M&A-Markt in Europa

25.03.2026

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Mit 789 Transaktionen in den Bereichen Versicherungsvermittlung, Managing General Agents (MGAs), Versicherungsdienstleistungen und Erst- und Rückversicherung hat der europäische Versicherungs-M&A-Markt 2025 erneut einen Rekord erreicht – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber 694 Deals im Vorjahr. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Unternehmensberatung FTI Consulting hervor. Während der bislang dominierende britische Markt an Dynamik verliert, haben kontinentaleuropäische Märkte – allen voran die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) – beim Transaktionswachstum spürbar an Gewicht gewonnen.

Das European Insurance M&A Barometer 2025 zeigt eine geographische Verschiebung im europäischen Versicherungs-M&A-Markt. Großbritannien und Irland sind mit 219 Deals zwar unverändert der aktivste Einzelmarkt geblieben, hatten aber einen Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen: eine der schwächsten Phasen der vergangenen fünf Jahre. Im Broker-Segment ist die Aktivität um rund ein Drittel gefallen, was die zunehmende Marktreife und die rückläufige Anzahl an großen, skalierbaren Zielunternehmen widerspiegelt. Dem gegenüber steht ein breites Wachstum auf dem Kontinent, insbesondere in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), Italien, Spanien und Portugal sowie Mittel- und Osteuropa. Der Wettbewerb um attraktive Plattformen hat die Bewertungsmultiples für gut integrierte Maklerplattformen auf bis zu 18x EBITDA getrieben.

Die DACH-Region war 2025 mit 143 Transaktionen der zweitaktivste Versicherungs-M&A-Markt in Europa – ein Anstieg von 35 Prozent gegenüber 106 Deals im Vorjahr. Rund drei Viertel der Transaktionen (108) entfielen auf Maklerunternehmen, 15 auf Versicherer (Vorjahr: 6) und 20 auf Versicherungsdienstleister (Vorjahr: 5). PE-gestützte Portfoliounternehmen blieben mit 89 Deals (Vorjahr: 79) die aktivste Käufergruppe. Auffällig ist die Verdopplung der Transaktionen durch strategische Käufer ohne PE-Hintergrund: ihre Zahl ist von 21 auf 44 gestiegen. Gleichzeitig haben Konsolidierer zunehmend die Integration bereits erworbener Unternehmen priorisiert, um geplante Synergien zu realisieren. Eine wachsende Zahl von neuen und von neuen Eigentümern übernommener deutscher Plattformen deutet darauf hin, dass der DACH-Markt in eine Phase nachhaltiger, aber wettbewerbsintensiver Konsolidierung eintritt.

Andreas Schreiber, Senior Advisor im Bereich EMEA Insurance M&A bei FTI Consulting, sagt: „Mit rund 50.000 registrierten Maklern bleibt die DACH-Region einer der attraktivsten Märkte für Konsolidierungen in Europa – getrieben von stabilen wiederkehrenden Erlösen, solidem organischem Wachstum und einer oftmals ungelösten Nachfolgethematik bei vielen Maklerfirmen. Kleinere Maklerfirmen werden zunehmend zum Akquisitionsziel, denen Konsolidierer einen klaren Exit in Form von Asset Deals oder Bestandsübertragungen bieten können. Die Konsolidierung, die in Deutschland begonnen hat, erfasst inzwischen auch angrenzende Märkte wie Österreich und die Schweiz sowie Mittel- und Osteuropa.“

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