DACH-Region zweitaktivster M&A-Markt in Europa
25.03.2026

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Europaweit sind 596 Transaktionen auf Versicherungsmakler und 94 auf Versicherungsdienstleister entfallen, zusammen mehr als 87 Prozent des gesamten M&A-Volumens. Private-Equity-Investoren sind nach wie vor hochaktiv: Direkte PE-Transaktionen sind von 61 auf 69 Deals gestiegen, während PE-gestützte Portfoliounternehmen mit 402 Transaktionen ihre Position als führende Konsolidierer weiter ausgebaut haben. Auch strategische Käufer ohne PE-Hintergrund haben Marktanteile gewonnen und 318 Transaktionen abgeschlossen, nach 257 im Vorjahr.
Dabei hat sich der strategische Fokus spürbar verschoben: Die bisherige Strategie, Makler vorwiegend zur Größenskalierung zu übernehmen, stößt zunehmend an Grenzen. Stattdessen setzen Käufer verstärkt auf gezielte Akquisitionen von MGAs (Managing General Agents) und Spezialmaklern mit eigenen Datenbeständen, fortgeschrittener Datenanalyse und spezialisiertem Underwriting – insbesondere auf dem Kontinent, wo der MGA-Sektor noch vergleichsweise jung ist, aber schnell wächst.
Jeremy Riley, Senior Advisor im Bereich EMEA Insurance M&A bei FTI Consulting, sagt: „Der Versicherungs-M&A-Markt in Großbritannien und Irland tritt in eine neue Phase ein. Die Aktivität bleibt hoch, aber es gibt schlicht weniger große Deals, die um Investorenaufmerksamkeit konkurrieren. Gleichzeitig gewinnt die DACH-Region als Treiber der europäischen Versicherungs-M&A weiter an Bedeutung, und wir sehen steigende Aktivität in Märkten wie Italien und Mittel- und Osteuropa. Das nächste Kapitel der europäischen M&A wird von Käufern geprägt sein, die selektiver, strategischer und zunehmend grenzüberschreitend agieren.“
Auch auf Seiten der Versicherer deutet sich eine Renaissance an. Nach Jahren relativer Zurückhaltung haben Versicherungsunternehmen angesammeltes Kapital verstärkt für strategische Übernahmen eingesetzt. Die Zahl der Transaktionen unter Erst- und Rückversicherern ist gegenüber dem Vorjahr spürbar gestiegen. Da die gewerblichen Versicherungsmärkte in eine Phase sinkender Prämien eintreten und organisches Wachstum damit schwieriger wird, dürfte die Konsolidierung unter Versicherern 2026 und darüber hinaus weiter an Fahrt gewinnen.
Darüber hinaus nähern sich viele PE-Fonds dem Ende ihrer Investitionszyklen, was Exits und strategische Neupositionierungen auslösen dürfte. Gleichzeitig schaffen Refinanzierungsbedarfe selektive Kaufgelegenheiten. „Die Voraussetzungen für ein aktives M&A-Jahr 2026 sind damit günstig“, sagt Andreas Schreiber. (mho)

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