ELTIF/AIF: Auf den Inhalt, nicht auf die Verpackung kommt es an!

18.02.2026

Hermann Klughardt, Geschäftsführer, V&C Portfolio Management GmbH & Co. KG Foto: © V&C Portfolio Management

Exklusiv

Jedes Jahr aufs Neue hört man wieder die Frage nach der Zukunft der Sachwertbranche. In diesem Zusammenhang werden auch immer die gleichen Fragen gestellt: „Wie sehen Sie die Zukunft des AIF?“, oder „Ist der ELTIF die Rettung der Sachwertbranche?“. Die Fragen sind auch immer noch dieselben wie zu Zeiten des geschlossenen Fonds. Warum wird im Bereich der Sachwertinvestitionen immer nur die Frage nach der Verpackung und nicht nach dem Underlying Asset gestellt?

Was hat eine Immobilie mit einem Windrad, einem Solarpark, einem Schiff oder einem Infrastrukturinvestment zu tun? Warum wird nicht der Fokus auf das Asset und dessen Qualität gelegt. In welcher Verpackung dieses dann auf den Markt gebracht wird ist doch letztlich nur abhängig von der Zielgruppe und deren persönlicher Neigung oder den regulatorischen Vorgaben, die ein spezifischer Investor erfüllen muss.

Noch nie wurde in der Investmentbranche über die „SICAV“, „UCITS“ oder sonstige Investmentvehikel gesprochen, sondern nur über die Assetklasse, in die ein Anleger investieren möchte. Möchte er in einen internationalen Aktienfonds investieren, wird über die Assetklasse gesprochen und am Ende der Beratung ist es dann der Fonds XY. Ob dieser Fonds als eine luxemburgische SICAV oder ein Sondervermögen bei einer deutschen KVG aufgelegt wurde ist dann nur noch von untergeordneter Bedeutung.

Warum gelingt es der Sachwertbranche nicht, mit den Investoren über das Asset bzw. die Assetklasse zu diskutieren? Und wenn am Ende die Investition in den oder die Solarparks, Windparks oder Immobilien über einen AIF, einen ELTIF, als Direktinvestition oder eine andere für den Investor passende Investmentstruktur erfolgt, hat der Anleger in den entsprechenden Sachwert und nicht in den AIF oder den ELTIF investiert.

Die Verpackung war noch niemals die Rettung für ein Investment, sondern auf den Inhalt kommt es an. Ein schlechtes Asset wird auch durch eine neue Investmentstruktur nicht besser. Das Underlying Asset macht die Qualität des Investments aus, die Verpackung kann lediglich das geeignete Hilfsmittel sein, sinnvoll in eine Assetklasse zu investieren.

Jedes Investment beinhaltet entsprechende Risiken, die jeder Investor anhand seines persönlichen Risikoprofils bewerten muss. Ob er das entsprechende Risiko über einen AIF, einen ELTIF oder ein anderes Investmentvehikel eingeht ist letztlich von nachgeordneter Bedeutung. Der jeweilige Investor hat sich konkret für ein Asset oder eine Assetklasse entschieden und nicht in erster Linie für eine Investmentstruktur. Damit wäre die Sachwertbranche auch endlich aus dem Thema der Sippenhaft heraus, denn beurteilt wird endlich das jeweilige Asset und nicht das Investmentvehikel. Denn dieses folgt letztlich nur der Investmentvorgabe des Investors in Bezug auf das Underlying Asset und nicht umgekehrt.

Deswegen appeliere ich an die Marktteilnehmer: Wiederholt bitte nicht die Fehler der Vergangenheit und sprecht auch im Bereich der Sachwertinvestments zuvorderst über das Asset und nicht über die Verpackung!

Marktkommentar von Hermann Klughardt, Geschäftsführer, V&C Portfolio Management GmbH & Co. KG.

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