Extremwetter-Ereignisse erfordern Umdenken
09.10.2023

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Der Klimawandel begünstigt häufigere und intensivere Extremwetter-Ereignisse. Die von der VHV Allgemeine Versicherung AG (VHV) und dem Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) beauftragte und vom Institut für Bauforschung (IFB) durchgeführte Studie „Klimawandel und Extremwetterereignisse – Schadenentwicklung und Anforderungen an Wohngebäude“ beschreibt die grundsätzliche Gefährdung durch Extremwetterereignisse anhand der vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) erfassten Schadendaten der Wohngebäude- und Elementarversicherung.
Zusätzlich wurde auf der Grundlage der VHV-Elementarschadenstatistik mit über 100.000 Schäden untersucht, wie sich die unterschiedlichen Extremwetterereignisse im Zeitraum von 2002 bis 2022 nach Schadenhäufigkeit und Schadenaufwand (Daten aus der Gebäudeversicherung) entwickelt haben. In einer separaten Analyse wurde die wetterbedingte Gefährdung von Bauprojekten während der Bauphase auf der Basis von VHV-Daten der Bauleistungsversicherung im Zeitraum 2014 bis 2022 untersucht.

Entwicklung der Elementarschäden 2002-2022 (2007: Orkan Kyrill)
Zunehmende Anzahl von Schadenfällen durch Extremwetter Die über 100.000 analysierten Schadenfälle weisen im Verlauf von 2002 bis 2022 eine durchschnittliche Schadenhäufigkeit von rund 4.900 Schäden auf. Deutlich sichtbar ist, dass der Mittelwert in der ersten Dekade 2002 bis 2011 nur in drei Jahren überschritten wird, während die Anzahl der Schäden in der darauffolgenden Dekade ab 2012 nur in drei Jahren unter diesem Mittelwert liegt. Anhand dieser Auswertung gehen die Autorinnen von einer zunehmenden Anzahl von Schadenfällen durch Extremwetterereignisse aus.
Häufigste Schäden: Sturm; teuerste Schäden: Blitzschlag und Überspannung Die Daten zeigen, dass die Ursache für die Mehrheit der gemeldeten Schäden mit über 65 Prozent Sturm ist, gefolgt von Hagel mit rund 15 Prozent. Der Schadenaufwand bewegt sich allerdings nicht in derselben Größenordnung und Reihenfolge: Die Ursachen für die aufwändigsten Schäden sind Blitzschlag und Überspannung sowie lokale Überflutungen, Rückstau und Hagel.
Viele Normen nicht auf extreme Wetter-Ereignisse ausgelegt
Die geltenden DIN-Normen legen in der Regel lediglich mittlere Wetter-Ereignisse für Planung und Ausführung zugrunde. Die Studie zeigt, dass extreme Wetterereignisse wie Stürme, Starkregen, Überschwemmungen oder Hitzewellen zu schweren Schäden an Gebäuden führen können.
„Jeder Bauherr und jeder Immobilieneigentümer sollte sich
hinsichtlich des Risikos von Extremwetter-Ereignissen an seinem Standort
beraten lassen, entsprechende Anpassungen bei der Planung oder am
Gebäude vornehmen und so Schäden vermeiden. Auch kleinere Maßnahmen
können viel bewirken“, sagt Dr. Sebastian Reddemann, Sprecher des
Vorstandes der VHV Allgemeine Versicherung AG. „Eine Elementarschaden-
oder Bauleistungsversicherung ist ein wichtiger Baustein des
Risikomanagements im Umgang mit Naturgefahren – am besten in Kombination
mit der eigenen Risikoanalyse und Risikobewertung sowie entsprechenden
Maßnahmen.“ (ah)

Versicherungskammer sieht neue Perspektiven für PKV





