Cashflow schlägt Wachstumserwartungen

09.06.2026

Axel Potthof - Foto: Copyright Fisch AM

Der globale High-Yield-Markt zeigt sich trotz geopolitischer Unsicherheiten widerstandsfähig. Für Anleiheinvestoren zählt dabei weniger die Erfüllung hoher Gewinnerwartungen als vielmehr die Fähigkeit der Unternehmen, stabile Cashflows zu generieren. Laut Axel Potthof, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management, ist genau diese Verlässlichkeit aktuell der entscheidende Treiber – bei insgesamt fair eingepreisten Risiken.

Zentrale Punkte im Überblick:

  • Cashflow schlägt Wachstumshoffnungen: Entscheidend ist nicht, ob Unternehmen Gewinnerwartungen übertreffen, sondern ob sie ihre Kupons bedienen können – und das gelingt aktuell auf breiter Basis.
  • Risiken werden nicht ignoriert, sondern sind eingepreist: Spreads um 300 Basispunkte signalisieren ein realistisches Risikobild – weder Sorglosigkeit noch Stress.
  • Europa bietet den besseren Deal: Höhere Spreads bei teils besserer Kreditqualität machen europäische High-Yield-Anleihen aktuell attraktiver als US-Pendants.
  • Selektivität statt Storys: Gefragt sind stabile Geschäftsmodelle mit belastbaren Cashflows – etwa in Spezialchemie, Telekom oder Nischen im Einzelhandel; überteuerte „Hype-Sektoren“ bleiben anfällig.
  • KI: Chancen mit Einschränkungen: Neue Emittenten rund um Rechenzentrums-Infrastruktur bieten Renditepotenzial, doch hohe Volatilität und kurze Historien erfordern strenge Auswahl.
  • Robust mit eingebautem Puffer: High Yield überzeugt durch laufende Erträge, kurze Duration und historische Erholungsstärke – bleibt aber, wie andere Risky Assets, anfällig für externe Schocks wie Geopolitik oder Stagflation.