Final Countdown zum Sustainable Performance Award 2026

12.10.2026

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Exklusiv

Die Uhr tickt. Nun sind die Auswertungen zum Sustainable Performance Award 2026 abgeschlossen. Endlisting und Gewinner stehen fest. Gekürt werden die Sieger des Sustainable Performance Awards im Frühjahr kommenden Jahres. Die Veranstaltung im Wiesbadener Kurhaus findet bereits zum sechsten Mal statt und wird von ProVita ausgerichtet. finanzwelt fungiert erneut als Medienpartner.

Das hat der Initiator bekannt gegeben:

„In diesem Jahr waren über 200 Fondsgesellschaften mit über 3.500 Fonds am Start, von denen es 2.962 in das finale Endlisting geschafft haben, aus dem dann die Gewinner gekürt werden. Insgesamt haben sich 1.343 Aktien-, 715 Renten-, 536 Misch-, 33 Geldmarkt-, 14 Dachfonds, 197 ETF-Aktien und 124 ETF-Renten in 100 Kategorien, sowie 18 Sonderkategorien für die besten ESG-Ratings, gemessen.“

Der Sustainable Performance Award wird seit 2021 vergeben. Die von ProVita initiierte Preisverleihung zielt darauf ab, die besten ESG-Fonds in verschiedenen Kategorien zu würdigen. ProVita ist ein Unternehmen, das sich seit 1994 auf Konzeption und Beratung verantwortungsbewusster und ökologisch sinnvoller Kapitalanlagen spezialisiert hat.

Doch diesmal liegen die Hürden höher

Auf der einen Seite sorgen die neuen EmpCo-Richtlinien und die Einhaltung des UWG dafür, dass es einige Auflagen für den Initiator zu erfüllen gab, um belastbar ein Nachhaltigkeitssiegel nebst Award vergeben zu können. Auf der anderen Seite werden sogenannte ESG-Fonds noch genauer unter die Lupe genommen, um solch eine Auszeichnung zu erhalten.

Darüber wollten wir mehr wissen und sprachen mit Stefan Maiss, Gründer und Geschäftsführer von ProVita und Initiator des SP-Awards/Siegel.

finanzwelt: Was genau besagen die EmpCo-Richtlinien und wie kam es zu dieser neuen Verordnung?

Stefan Maiss: Die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825) entstand als Reaktion der Europäischen Union auf eine Bestandsaufnahme im Jahr 2023, in der weit verbreitetes Greenwashing und intransparente Umweltversprechen einen Großteil der freiwilligen Umweltaussagen ausmachte.

Am 17. Januar 2024 hat dann das europäische Parlament die Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den „Grünen Wandel“, (Directive on Empowering Consumers for the Green Transition) genehmigt. Die Richtlinie ist von den Mitgliedstaaten zum 27.09.2026 umzusetzen. Der deutsche Gesetzgeber hat die europäischen Vorgaben in das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) eingefügt.

finanzwelt: Was bedeutet das nun konkret für Ihre Awards/Siegel, die Sie vergeben?

Stefan Maiss: Um einen möglichst rechtssicheren Weg einzuschlagen, haben wir erstmal mit der BAFIN, dem Umweltbundesamt, dem Bundesumweltministerium, der EU-Kommission und anderen behördlichen Stellen Kontakt aufgenommen. Parallel dazu sprachen wir mit ca. zwei Dutzend Rating- und Zertifizierungsstellen. Hinzugezogen haben wir eine auf Medien-, Wettbewerbs- und Gesellschaftsrecht spezialisierte Kanzlei, die unsere Regulatorik geprüft und für EmpCo-konfrom befunden hat. Ausweislich fehle nur noch eine unabhängige, autorisierte Zertifizierungsstelle für eine Drittprüfung. Ohne diese geht nichts. Doch die war gar nicht so einfach zu finden; auch die Behörden konnten da nicht weiterhelfen.

finanzwelt: Wie wir bereits erfahren und darüber berichtet haben, sind Sie doch noch fündig geworden. Das war, wenn man das so hört, nicht ganz einfach.

https://www.finanzwelt.de/post/sustainable-performance-award-geht-in-die-naechste-runde

Stefan Maiss: Ja, das kann man wohl sagen; wir haben mehrere Monate gebraucht, um eine autorisierte Zertifizierungsstelle zu finden, die die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt.

finanzwelt: Sie erwähnten, dass ESG-Fonds noch stärker unter die Lupe genommen werden, um Award und Siegel zu erhalten. Was genau meinen Sie damit?

Stefan Maiss: Als Nachhaltigkeitsvoraussetzungen müssen die Fonds nach Art. 8 oder Art. 9 der SFDR mindestens ein A-Rating bei MSCI, oder vier Sterne bei ISS-ESG oder vier Globen bei Morningstar Sustainalytics aufweisen um ins Endlisting zu kommen. Letztes Jahr haben es über 700 Fonds nicht geschafft. Ab diesem Jahr werden wir einen weiteren Prüfprozess integrieren, der dafür sorgt, dass nur Fonds ausgezeichnet werden können, die auch EmpCo-konforme Aussagen tätigen. Eine speziell entwickelte KI-gestützte Software deckt eventuelle Schwachstellen auf, identifiziert die Datenquelle, informiert über abmahnungsfähige Mängel und Verstöße und bietet zudem Verbesserungsvorschläge bei Formulierungen an. Eine Nachprüfung kontrolliert und protokolliert dann nach Überarbeitung der Datenquellen durch die Fondsgesellschaften die EmpCo-Konformität erneut.

finanzwelt: Könnte man das so verstehen, dass Sie mit diesem zweiten Prüfprozess den Fondsgesellschaften zusätzlich zu EmpCo-konformen Aussagen verhelfen, sofern diese noch nicht vorhanden sein sollten?

Stefan Maiss: Ja, das ist exakt richtig. Wir sind davon überzeugt, dass wir damit den Fondsanbietern oder Fondsinitiatoren einen zusätzlichen Mehrwert und Sicherheit bei ihrer Kommunikation bieten können.  

finanzwelt: Das klingt spannend. Wann werden die Erstplatzierten mit der Ergebnisauswertung informiert und wann können unsere Leserinnen und Leser erfahren, wer welche Platzierung in den einzelnen Kategorien erreicht hat?

Stefan Maiss: Wir sind jetzt soweit; die erstplatzierten werden in Kürze mit den Ergebnissen angeschrieben und wir planen für die Sonderausgabe, in der alles veröffentlicht wird, mit einem Redaktionsschluss Ende November, sodass wir damit noch im Dezember online gehen können und die Printausgabe spätestens Anfang Januar auf dem Tisch liegt.

finanzwelt: Wir freuen uns schon jetzt auf die damit verbundene Berichterstattung und vor allem auf den Sustainable Performance Award Galaabend im Februar 2027. Sie haben all die Jahre bisher immer hochinteressante Festredner gehabt, können Sie uns schon verraten, wer diesmal dabei sein wird?

Stefan Maiss: Ja, das kann ich: Prof. Dr. Christian Klein. Er ist Professor für Sustainable Finance an der Universität Kassel und zählt zu den führenden Köpfen auf dem Gebiet der nachhaltigen Finanzwirtschaft. Dr. Carsten Zielke, (von Zielke Rating GmbH, eine bei der ESMA registrierte ESG-Ratingagentur), ist autorisiert ESG-Beurteilungen in der EU vorzunehmen und wird auch dabei sein. Außerdem hat Dr. Zielke bei der EFRAG die European Sustainable Reporting Standards (ESRS) mitentwickelt. Sein Unternehmen arbeitet dabei eng mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN), Wissenschaftlern, Verbraucherschutzorganisationen zusammen und wird uns Einblicke rund um EmpCo-Zertifizierungen geben. 

finanzwelt: Wir sind schon sehr gespannt, vielen Dank für das Gespräch!

Der größte ESG-Fondsvergleich Deutschlands ist Wegweiser und unabhängige Entscheidungshilfe zugleich, im immer dichter werdenden Dschungel nachhaltiger Investmentfonds. Mit einer umfangreichen Datenerhebung hat ProVita nach eigenen Angaben von über 200 Fondsgesellschaften mehr als 20.000 Einzeldaten erfasst. Mit der Veröffentlichung soll zudem sowohl der Wettbewerb unter den Fondsanbietern gefördert als auch die Performance und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger Anlagen untereinander sowie gegenüber konventionellen Investments hervorgehoben werden.

Der Vergleich soll laut Organisatoren dazu dienen, bei ESG-Produkten

  • als Orientierungshilfe zu dienen,
  • dem Greenwashing entgegenzuwirken,
  • die Fondsanbieter im direkten Vergleich zu motivieren, als Wettbewerber um die besten Rating- und Performanceergebnisse gute Lösungen zu bieten,
  • Lenkungswirkung von Kapital hervorzuheben
  • dem Vorurteil von Performancenachteilen zu begegnen und
  • nachhaltige Fondsanlagen in den Fokus zu rücken.