Markenmonitor Assekuranz 2026

09.04.2026

Robert Quinke, Geschäftsführer bei HEUTE UND MORGEN. Foto: © HEUTE UND MORGEN

Der deutsche Versicherungsmarkt spaltet sich zunehmend in zwei Lager: Klar positionierte Marken mit Premium-Strategie oder attraktivem Preis-Leistungs-Image – allen voran Allianz und HUK – stehen zahlreichen nur vage profilierten Versicherern gegenüber, die aus Kundensicht austauschbar sind und Marktanteile zu verlieren drohen. Der verstärkte KI-Einsatz entlang der Customer Journey beschleunigt die Polarisierung. Zugleich stehen viele Versicherer vor der Aufgabe, ihre Marken im Wettbewerb prägnanter zu differenzieren.

Dies zeigt der aktuelle „Markenmonitor Assekuranz 2026“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts HEUTE UND MORGEN aus Köln. Rund 3.650 Versicherungsentscheider von 18 bis 70 Jahren wurden bevölkerungsrepräsentativ zu den Top-Versicherungsmarken in Deutschland online befragt.  Der „Markenmonitor Assekuranz“ wird bereits seit 2021 durchgeführt und ist die größte Marken-Benchmark- Studie für die Versicherungswirtschaft in Deutschland. 

Klare Markenpositionierungen dominieren den Markt

Erfolgreiche Versicherungsmarken besetzen im Markt klare Rollen, entweder als Premiumanbieter oder als Anbieter mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis:

·         Die Allianz steht dabei exemplarisch für eine funktionierende Premiumpositionierung: Die Versicherungskunden nehmen den Marktführer mit Abstand am häufigsten als teuersten Anbieter wahr – und genau das wird häufig als Signal für Qualität und Sicherheit interpretiert.

·         HUK-Coburg und HUK24 positionieren sich hingegen klar über Preis und Effizienz. Beide Marken werden dabei nicht nur als günstig wahrgenommen, sondern genießen gleichzeitig eine hohe Preisakzeptanz. Konkret: Die Kunden sind sich sicher, dort immer ein gutes Angebot zu bekommen. Auch CosmosDirekt und VHV werden eher im günstigen Marktsegment verortet – erreichen allerdings keine vergleichbar starke Kombination aus Preisimage und Vertrauen.

Die Mitte wird austauschbar

Zwischen den klar positionierten Marken zeigt sich ein breites Feld von Versicherern, deren Profil im Vergleich weit weniger prägnant ist. Marken wie Generali, AXA oder Württembergische werden von Kunden häufig als eher teuer wahrgenommen; ohne dass ein differenzierendes bzw. korrespondierendes Leistungsversprechen erkennbar wird. Sie sind in der Markenwahrnehmung weder als klare Premiumanbieter positioniert noch als besonders günstig. Dadurch laufen sie Gefahr, im Wettbewerb konturlos und austauschbar zu wirken.

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