„Mehr als nur ein Ass im Ärmel“

21.04.2020

Dr. Niklas Daber, Claudia Horstkötter & Thomas Eickhof (v.l.n.r.) / Foto: © bi:sure

finanzwelt: Denken Sie der größte Schritt im Bereich der Digitalisierung ist bereits getan, oder werden auch in Zukunft immer wieder neue Projekte und digitale Fortschritte entwickelt werden? Dr. Niklas Daber» Der Digitalisierungsprozess hat erst vor einigen Jahren wirklich begonnen und wir stehen zurzeit noch relativ am Anfang der Digitalisierung. Es wurde sicherlich der schwerste, nämlich der erste Schritt unternommen, um überhaupt die digitalen Transformationsprozesse anzustoßen. Im Bereich der gewerblichen Versicherungen sind wir aktuell dabei, TAA-Prozesse über BiPRO in unseren Vergleichsrechnern vollständig digital abzubilden. Etwas, das in anderen Bereichen bereits weiter fortgeschritten ist, nun aber auch hier folgt. Zusammen mit der Umsetzung der anderen BiPRO Normen bekommen wir so eine signifikante Effizienzsteigerung in sowohl Angebotsgenerierung, als auch der anschließenden Bearbeitung. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass ein Großteil des Gewerbegeschäfts aufgrund der Komplexität der Materie noch außerhalb dieser ‚einfachen‘ Rechnertarife abläuft. Solche einfacheren Neuerungen, wie die TAA Strecken, als den "größten Schritt der Digitalisierung" zu bezeichnen, ist daher nicht richtig, sondern zeigt eher, dass noch viel Luft nach oben ist. Als Technologiemarktführer bedeutet das für uns natürlich, dass wir auch an anderen, neuen Projekten arbeiten müssen, um unseren Maklern die beste Technik zu bieten. Dazu zählen nicht nur die Vergleichsrechner oder beispielsweise eine Knowledge Base, um Wissen 24/7 verfügbar zu machen, sondern noch viele andere Tools. Unsere Mission ist es, unseren Maklerpartnern ein ganzes Ökosystem an Technik in Form einer Plattform bieten zu können, in dem sie ihre Gewerbekunden nicht nur optimal, sondern auch effizient beraten können. Der ‚Need‘ ist da und wir bekommen es tagtäglich zu spüren, dass solche Tools benötigt werden. Gerade für die komplexen Gewerbefälle besteht noch der Bedarf, die Prozesse nicht nur zu vereinfachen, sondern auch, um sie effizienter zu gestalten. Das sind natürlich keine Änderungen die von heute auf morgen erfolgen können, sondern in einem kontinuierlichen Prozess angepackt werden müssen. Auch dürfen wir unsere Technik nicht nur für die Makler auslegen, sondern auch die Produktgeber als Stakeholder mit ins Boot holen. Aktuell sind wir in der spannenden Phase, in der wir zum einen große Datenmengen generieren können und gleichzeitig auch die Rechenkapazitäten haben, um diese anschließend auszuwerten und zu nutzen. Auch wenn Technologien wie "Machine Learning" oder neuronale Netze zum jetzigen Zeit-punkt in den meisten Situationen noch "hot Buzzwords" sind, werden sie über kurz oder lang im Alltag ankommen und die Digitalisierung damit ihr volles Potenzial entwickeln. Um die Frage abschließend zu beantworten, ob in Zukunft weitere Projekte folgen: Wer glaubt, dass man sich auf dem bisher Erreichten ausruhen kann, wird eher früher als später von der Digitalisierungswelle überrollt. Unser Anspruch als Technologiemarktführer ist es, diese Rolle nicht nur zu erfüllen, sondern uns stetig neu zu erfinden. (fw)